Dahabeya-Nilkreuzfahrten

  Dahabeya-Nilkreuzfahrten

  • von Luxor/Esna nach Assuan
  • max. 10 Doppelkabinen
  • 4 bis 7 Nächte
  Lesen Sie hier mehr!

Nassersee-Kreuzfahrten

  Nassersee-Kreuzfahrten

  • ab Assuan oder Abu Simbel
  • 4 bzw. 3 Nächte
  • Safariboot mit nur 6 Kabinen
  Lesen Sie hier mehr!

Anwesen Algana zu verkaufen

  Luxus-Anwesen Algana

  • paradiesische Lage direkt am Nil
  • 2 voll möblierte Bungalows
  • mehr als 7000 m² Grundstück
  Lesen Sie hier mehr!

Grundstück in Gorf zu verkaufen

  Grundstücke in Gorf

  • unweit vom Nil / Banana Island
  • bis zu 700 m² Grundstück
  • unverbaubarer Blick nach Süden
  Lesen Sie hier mehr!

 

Leben in Luxor: Tempel außerhalb von Luxor - Tempel von Dendera

von Claudia Ali, 05.01.12, Update: 26.05.24

Dendera liegt 62 km nördlich von Luxor auf dem westlichen Nilufer gegenüber der Stadt Qena. Berühmt ist der Ort für seinen der Hathor geweihten Tempel, der bis ins 19. Jh. hinein verschüttet war und daher zu den besterhaltenen Tempelanlagen in Ägypten zählt.



Der Hathor-Tempel von Dendera

Der Hathor-Kult lässt sich in Dendera bis in die prädynastische Zeit zurückverfolgen. Die Vorgängerbauten des Hathor-Tempels reichen bis ins Alte Reich zurück, die frühesten baulichen Überreste stammen aber aus dem Mittleren Reich - sie befinden sich inzwischen im Atrium des Ägyptischen Museums in Kairo. Spätere Bautätigkeiten stammen aus dem Neuen Reich. Die späten Ptolemäerkönige ließen jedoch sämtliche Vorgängerbauten abtragen und begannen einen kompletten Neubau. Im 2. Jh. n. Chr. kamen die Bauarbeiten unter den Römern zum Abschluss.

Das Tempelgebäude misst im Grundriss 81 x 35 m und ist 27,5 m hoch. Wegen einer Biegung des Nils ist es nicht in Ost-West-, sondern in Süd-Nord-Richtung ausgerichtet.

Der Hathor-Tempel ist eine kleinere Kopie des Tempels in Edfu. Bei religiösen Festen war die Heilige Barke des Horus von Edfu zu Besuch in Dendera. Jedes Jahr am Neumondtag im Mai reiste Hathor in ihrer Heiligen Barke nach Edfu, um sich dort mit Horus zu vereinigen. Neun Monate danach wurde im Mammisi in Dendera die göttliche Geburt gefeiert.

Der Tempel fasziniert durch die Fülle seiner Reliefs und Hieroglyphen ebenso wie durch deren sauber gearbeitete Ausführung.

Hathor-Tempel von Dendera, © MoA
Hathor-Tempel von Dendera, © MoA



Baugeschichte

Der Hathor-Kult lässt sich in Dendera bis in die prädynastische Zeit zurückverfolgen. Die Vorgängerbauten des Hathor-Tempels reichen zwar bis ins Alte Reich (Pepi I., 6. Dynastie) zurück, die frühesten baulichen Überreste, eine Ka-Kapelle von Mentuhotep II., stammen aber aus dem Mittleren Reich - sie befinden sich inzwischen im Atrium des Ägyptischen Museums in Kairo. Spätere Bautätigkeiten stammen aus dem Neuen Reich. Thutmosis III. ließ den Hathor-Tempel wieder aufbauen, Amenhotep III., Ramses II. und Ramses III., um nur einige zu nennen, verewigten sich in den Inschriften.

Denderah (Tentyris), plan topographique des ruines, in: Description de l'Égypte, Antiquités, vol. IV, pl. 1.1817
Denderah (Tentyris), plan topographique des ruines, in: Description de l'Égypte, 1817

Die späten Ptolemäerkönige ließen sämtliche Vorgängerbauten wieder abtragen. Ptolemaios XII. (80 - 58 v. Chr. u. 55 - 51 v. Chr.) begann am 16. Juli 54 v. Chr. mit dem Neubau des Haupttempels, der 29 v. Chr. soweit fertiggestellt war, dass die Priester ihre Tempeldienste aufnehmen konnten.

In römischer Zeit entstand unter Tiberius (14 - 37 n. Chr.) der Pronaos, in dem sich die Namen von Caligula (37 - 41 n. Chr.), Claudius (41 - 54 n. Chr.) und Nero (54 - 68 n. Chr.) finden. Letzterer begann mit dem Bau der inneren Steinumwallung, die aber unvollendet blieb. Er ersetzte auch das ptolemäische Mammisi durch einen Neubau (römisches Mammisi) direkt hinter dem Eingangstor. Dort finden sich Kartuschen von Trajan (53 - 117 n. Chr.) und Antoninus Pius (138 - 161 n. Chr.). Das römische Geburtshaus wurde noch bis in die Zeit von Marcus Aurelius (161 - 180 n. Chr.) erweitert und ausgeschmückt.

Rekonstruktion von Jean-Claude Golvin: Dendara (Tentyris), vue générale
Rekonstruktion von Jean-Claude Golvin (1942-): Dendara (Tentyris), vue générale

In der Regierungszeit von Domitian (81 - 96 v. Chr.) und Trajan (53 - 117 n. Chr.) entstand das Tor am nördlichen Eingang. Später folgten der Heilige See, das Sanatorium und die römischen Zisternen. Im 5. Jh. n. Chr. bauten die koptischen Christen als letztes Bauwerk eine Basilika in das Tempelgelände und zerstörten die "heidnischen" Götterbildnisse.

Zurück nach oben



Grabungsgeschichte

Der Hathor-Tempel war bis ins 19. Jahrhundert hinein verschüttet. Die gute Nachricht: Er zählt daher zu den besterhaltenen Tempelanlagen in Ägypten.

Nach der Zeit der ptolemäischen und römischen Kaiser wurde das Tempelgelände immer wieder genutzt und besiedelt. Im Osten entstand ein gewaltiger Schutthügel, der bis ans Tempeldach heranreichte, so dass auch dieses bebaut werden konnte. Der Heilige See war komplett verschüttet und auch das römische Mammisi besiedelt.

Frederic Louis Norden (dt. Namensform: Friedrich Ludwig Norden, 1708-1742): Dendera, Temple of Hathor, 1795
Frederic Louis Norden (dt. Namensform: Friedrich Ludwig Norden, 1708-1742): Dendera, Temple of Hathor, 1795

Aus Giovanni Belzonis Beschreibungen geht hervor, dass die Tempelanlage 1816 von Schuttbergen bedeckt war. Das war auch noch so, als Edward Lane 1826 Dendera besuchte. Auf dem Dach befanden sich damals unbewohnte, verfallene Hütten. 1845 veranlasste Mohammed Ali eine partielle Ausgrabung des Haupttempels. Er legte die Tempelfront bis zur Höhe der Schrankenwände frei und befestigte den Zugang zum Tempel mit einer Mauer.

John Harrison Allan: Denderah, kolorierte Lithographie, 1845
John Harrison Allan (1820-1882): Denderah, kolorierte Lithographie, 1845

Maxime Du Camp (1822-1894): Great Temple of Dendera, General View 1852
Pascal Sebah (1823–1886): Dendera, ca. 1875

Auguste Mariette setzte ab 1859 die Arbeiten fort. Bis ins 20. Jahrhundert setzten Grabräuber, die den Tempelbezirk auf der Suche nach Antiquitäten durchwühlten, die Abtragung des Schutthügels fort.

Von 1865 bis 1875 untersuchte Johannes Dümichen die Inschriften der Tempelanlage, 1879 Auguste Mariette und 1880 Heinrich Brugsch. Von 1897 bis 1898 fanden archäologische Untersuchungen durch Flinders Petrie statt. Er entdeckte die Stadt Dendera samt Nekropole. Von 1915 bis 1918 erfolgten systematische Ausgrabungen des University of Pennsylvania Museum of Archaeology and Anthropology in Philadelphia, kurz Penn Museum. Seit 1966 ist das Institut français d'archéologie orientale mit Restaurierungsarbeiten im Tempelinneren beschäftigt. Seine großartige Arbeit brachte wieder die Originalfarben der Decken und Säulen zum Vorschein.

Zurück nach oben



Grundriss des gesamten Tempelgeländes (li.) und des Hathor-Tempels (re. = H)

Hathor-Tempel von Dendera - Gesamtes TempelgeländeGrundriss des Hathor-Tempels von Dendera

A Römisches Mammisi   1 Pronaos (vordere Säulenhalle)
B Koptische Basilika   2 Erscheinungssaal (hintere Säulenhalle)
C Ptolemäisches Mammisi   3-8 Kleine Kammern (7: Zugang zum Brunnen)
D Sanatorium   9 Opferhalle (Zugang zum Treppenhaus)
E Brunnen 10 Halle der göttlichen Enneade
F Heiliger See 11 Allerheiligstes (Barkensanktuar)
G Isis-Tempel 12-22 Elf Kapellen (19: Zugang zur Krypta)
H Hathor-Tempel 23 Reinigungskapelle (Wabet)
  24 Neujahrskapelle
  25 Kleiner Hof

Zurück nach oben


Gerne organisieren wir für Sie ein individuelles Besichtigungsprogramm in Luxor, das einen Ausflug nach Dendera mit einschließt. Schreiben Sie uns!

Rundgang

Wir betreten den Tempelbezirk durch ein mächtiges Eingangstor, das Bestandteil der verfallenen und geplünderten Umfassungsmauer ist - die Ziegel wurden für den späteren Bau einer koptischen Kirche (B) auf dem Tempelgelände verwendet.

Hathor-Tempel von Dendera - Römisches Tor mit korinthischen Säulen
Römisches Tor mit korinthischen Säulen, © Leben in Luxor

Über den Hof kommen wir am römischen Geburtshaus (= Mammisi, A) und an den Überresten besagter koptischen Kirche (B) vorbei und gelangt zur vorderen Säulenhalle (= Pronaos, Nr. 1) des Hathor-Tempels (H).

Fassade des Hathor-Tempels von Dendera
Hathor-Tempel von Dendera (Public Domain)

Zurück nach oben



Das Tempelinnere

In der ersten Säulenhalle (Nr. 1) stehen 24 Hathor-Säulen mit Hathor-Kapitellen auf allen 4 Seiten. Diese wurden von den frühen Christen Zeit stark beschädigt. Die Säulen tragen in 4 Reihen eine Decke mit komplexen astronomischen Darstellungen.


Erste Säulenhalle, © Leben in Luxor

Hathor-Tempel in Dendera, Deckengewölbe im 1. Säulensaal
Deckengewölbe in der Ersten Säulenhalle -  Das stilisierte Auge symbolisiert den zunehmenden Mond. © Leben in Luxor

Hathor-Tempel in Dendera, Deckengewölbe im 1. Säulensaal
Deckengewölbe in der Ersten Säulenhalle: Der Mond in einer Barke, © Leben in Luxor

Der Tempel wird seit vielen Jahren restauriert. Die effiziente Arbeit der Ägyptologen können Sie sehr schön auf folgenden beiden Bildern der vorderen Säulenhalle (Nr. 1) erkennen. Auf dem ersten sehen Sie ein kleines Rechteck, das nicht bearbeitet wurde, um den Unterschied zum ursprünglichen Zustand erkennen zu können, auf dem zweiten ist die gesamte rechte Hälfte noch unbearbeitet:

Hathor-Tempel in Dendera, Deckengewölbe im 1. Säulensaal
Deckengewölbe in der Ersten Säulenhalle: Die Himmelsgöttin Nut erstreckt sich über die gesamte Deckenbreite und umrahmt dabei 6 Tierkreiszeichen. Die kleinen Boote darunter repräsentieren Zeiteinheiten à 10 Tagen (Foto: März 2011). © Leben in Luxor

Hathor-Tempel in Dendera, Deckengewölbe im 1. Säulensaal
Deckengewölbe in der Ersten Säulenhalle: Sowohl die geflügelten Scheiben als auch die Geier symbolisieren die Sonne und die Vereinigung von Pharao und Sonnengott, © Leben in Luxor

Restaurierung der Decke im Juli 2011, © Eweis Abdo
Restaurierung der Decke im Juli 2011, © Eweis Abdo

Hier eines der sechs Register der fertig restaurierten Decke in seiner gesamten Breite. Mit einem Klick können Sie es vergrößern:

Tempel von Dendera: Komplettes Deckenregister, © GeoRegulus
Komplettes Deckenregister, © GeoRegulus

Die hintere Säulenhalle (Nr. 2) wurde auch Erscheinungssaal genannt, da hier das Bildnis der Göttin Hathor den Priestern präsentiert wurde. Es grenzen rechts und links 6 kleine Kammern (Nr. 3 - 8) an, die als Handwerksstätten, Schatzkammern und Bibliothek dienten.

Der Erscheinungssaal geht zunächst in die Opferhalle (Nr. 9) und anschließend in die Halle der göttlichen Enneade (Neunheit von Heliopolis, Nr. 10) über. Von hier aus hat man rechts Zugang zu einem kleinen Hof (Nr. 25), der zur Reinigungskapelle (Wabet, Nr. 23) führt, wo die Krönungs- und Bekleidungszeremonien für die Hathor-Statue stattfanden. Hier findet sich an der Decke die am besten erhaltene Darstellung der Göttin Nut:

Reinigungskapelle (Wabet) im Hathor-Tempel von DenderaDecke der Reinigungskapelle im Hathor-Tempel von Dendera mit Darstellung der Nut
Reinigungskapelle (Wabet) mit Deckenrelief der Nut, © Leben in Luxor

Die Halle der göttlichen Enneade (Nr. 10) hat einen direkten Zugang zum Allerheiligsten (= Sanktuar/Barkenhalle/Großer Sitz, Nr. 11), wo die 2 m große vergoldete Statue der Göttin Hathor und ihre Barke aufbewahrt wurden. Es hat wie ein Tempel im Tempel ein eigenes Dach und eigene Außenwände.

Um das Allerheiligste herum führt ein Korridor, an dessen Seiten sich elf Kapellen (Nr. 12 - 22) befinden, die verschiedenen Kultsymbolen und Göttern gewidmet sind. Die der Hathor geweihte Kapelle (Nr. 18) hat weit oben in der Wand eine Nische, die nur über eine steile Treppe zugänglich ist. Hier wurde vermutlich eine 2. Hathor-Statue aufbewahrt.

Hathor-Tempel von Dendera - Hathor-Kapelle im hinteren Bereich des Tempels Hathor-Tempel von Dendera - Hathor-Kapelle im hinteren Bereich des Tempels
Hathor-Kapelle im hinteren Bereich des Tempels: Leiter nach oben & Relief, © Leben in Luxor

Hathor-Tempel von Dendera - Kapelle für die Götter Unterägyptens
Kapelle für die Götter Unterägyptens mit Wiedergeburtsszene des Osiris, © Leben in Luxor

Hathor-Tempel von Dendera - Kapelle für die Götter Unterägyptens
Kapelle für die Götter Unterägyptens - Horus und Hathor, © Leben in Luxor

Zurück nach oben



Die Krypten

Unter den hinteren Magazinräumen befinden sich zwölf Krypten, in denen die wertvollsten Kultgegenstände des Tempels aufbewahrt wurden. Sie waren nur durch geheime Gänge zu erreichen. Eine dieser Krypten ist durch eine Falltür in einer Kapelle (Nr. 19) über einen steilen und engen Abstieg zugänglich. Die Krypta selbst ist nur 1 m breit und 2 m hoch und beherbergte früher die Mumie einer heiligen Kuh. Wenn Sie einigermaßen gelenkig sind und nicht unter Platzangst leiden, steigen Sie hinab - es lohnt sich!

Hathor-Tempel von Dendera - Relief in der Krypta
Reliefs in einer der Krypten, © Leben in Luxor

Hier unten befinden sich auch ein paar der eigenartigen Darstellungen, die äußerst kontroverse Diskussionen auslösten:

Die "Glühbirnen von Dendera"

Präastronautikforscher sehen in den Reliefs die Darstellung einer Glühbirne, was ihnen zufolge zeigen würde, dass die alten Ägypter schon Elektrizität kannten. Ägyptologen argumentieren dagegen, dass bei dieser Theorie gezielt die umgebenden Hieroglyphentexte ausgeblendet werden. Diese weisen darauf hin, dass in den entsprechenden Räumen des Tempels näher beschriebene Kultgegenstände aufbewahrt wurden - abgesehen davon, dass der Tempel nicht zur Zeit der alten Ägypter, sondern in der ptolemäischen Epoche errichtet wurde. Ägyptologen zufolge zeigen sie keine Glühbirnen, sondern den Gott Harsomtus (griechische Nebenform des ägyptischen Gottes Horus) am Morgenhimmel, der in Gestalt einer Schlange umhüllt vom Mutterleib der Himmelsgöttin Nut aus einer Lotusblüte emporsteigt. Diese These lässt sich durch die benachbarten Inschriften zweifelsfrei belegen.

Hathor-Tempel von Dendera - Glühbirnen von Dendera
"Glühbirne von Dendera" in einer Krypta, © Leben in Luxor

Hathor-Tempel von Dendera - Glühbirnen von Dendera
"Glühbirnen von Dendera" auf der rechten Krypta-Wand, © Leben in Luxor

Die "Glühbirnen"-Wandbilder befinden sich in einer linken Seitenkammer des Haupttempels, in einer Krypta, im Obergeschoss des Tempels und im Sanktuar des Isis-Tempels.

Zurück nach oben



Das Tempeldach

Von der Opferhalle (Nr. 9) aus gelangt man links und rechts in reich dekorierten Treppenhäusern zum Dach (auf dem Grundriss blau gekennzeichnet). Benutzen Sie für den Aufstieg - wie die Priester früher - die rechte, in Winkeln nach oben führende Treppe.

Hathor-Tempel von Dendera - Linke (gerade) Treppe vom Dach
Linke (gerade) Treppe zum Dach - Die reliefbedeckten Wände zeigen Prozessionen von Pharaonen und Priestern. © Leben in Luxor

Auf dem Dach - es ist das einzige offiziell zugängliche Tempeldach in Ägypten - befindet sich eine Hathor-Kapelle. Hierher trugen die Priester alljährlich das Bildnis Hathors, damit es durch die Strahlen der Sonne neu belebt werden konnte.

Hathor-Tempel von Dendera - Hathor-Kapelle mit 12 Hathorsäulen
Hathor-Kapelle (Kapelle der Vereinigung) mit 12 Hathorsäulen, © Leben in Luxor

Auf dem Dach gibt es außerdem zwei Osiris-Kapellen, auch "Osirisgräber" genannt. Dem Osirismythos zufolge waren auch in Dendera und Abydos Teile des zerstückelten Leichnams von Osiris beerdigt. Die östliche Osiris-Kapelle ist wegen ihrer Tierkreisdarstellung berühmt, deren Original sich heute im Louvre in Paris befindet.

Der Tierkreis von Dendera

Während der Expedition Napoleons fand man auf dem Dach des Hathor-Tempels in der östlichen Osiris-Kapelle neben der riesenhaften Gestalt der Himmelsgöttin Nut einen tonnenschweren astrologischen Tierkreis, der 1821 ausgesägt und nach Frankreich verschifft wurde. Seit 1964 ist er in der ägyptischen Abteilung des Louvre in Paris ausgestellt. Nach Angaben des Louvre wird er auf Grund der gezeigten Sternenkonstellation auf 50 v. Chr. datiert.

Frankreich ließ später für Ägypten eine Gips-Kopie anfertigen, die leider ebenfalls in keinem guten Zustand ist. Der Tempel war lange Zeit bis auf die aus dem Sand ragenden oberen Tempelräume verschüttet. Sie wurden als Stallungen und Behausungen mit offenen Feuerstellen genutzt, weshalb die Decken noch heute rußgeschwärzt sind und die ehemalige Bemalung teilweise nicht rekonstruierbar ist.

Tierkreis von Dendera im LouvreTierkreis von Dendera - Rekonstruktion
Tierkreis von Dendera im Louvre  (E 13482; CM 464; D 38) & Rekonstruktion der Originalfarben von Alice-Astro

Zodiac ceiling from the Grand Temple at Denderah, in: Description de l'Égypte, engraved by Allais, c.1826 (hand coloured engraving) by Jollois and Devilliers, A, vol. IV, pl. 21
Zodiac ceiling from the Grand Temple at Denderah, handkolorierter Kupferstich von Jollois und Devilliers, nach: Description de l'Égypte, ca. 1826

Mit einem Extra-Ticket gelangt man über eine weitere Treppe zum obersten Tempeldach. Die Aussicht lohnt sich.


Blick vom Tempeldach auf das östliche Tor, © Leben in Luxor

Zurück nach oben



Das Tempelgelände

Wir verlassen nun den Hathor-Tempel und umrunden ihn im Uhrzeigersinn. An seiner südlichen Außenseite sind Kleopatra und ihr Sohn Caesarion dargestellt.

Südfassade des Hathor-Tempels in Dendera mit Kleopatra und ihrem Sohn Caesarion
Kleopatra und ihr Sohn Caesarion, © Leben in Luxor

Genau gegenüber befindet sich ein kleiner Isis-Tempel (G). Er wurde unter Augustus gebaut und ausgeschmückt. Seine Decke wird von einer Nut-Darstellung geziert. Eine Wand zeigt eine "Glühbirne".

Isis-Tempel in Dendera
Isis-Tempel in Dendera, © Leben in Luxor

Westlich des Tempels liegt der Heilige See (F), der heute mit Palmen bewachsen ist. Er diente als Kulisse für Zeremonien und Mysterienspiele. Der unterirdisch angelegte Stollen zum Nil, mit dem der Pegelstand des Nils festgestellt werden konnte (Nilometer), ist immer noch intakt. Ebenso der Brunnen (E), den man direkt über eine kleine Seitenkammer des Tempels (Nr. 7) erreichen kann.

Dendera - Heiliger See im Tempelbezirk
Heiliger See, © Leben in Luxor

Der weitere Rundgang führt vorbei an den Fundamenten eines Sanatoriums (D), das eine Pilgerstätte für Alte und Kranke war, und dem Mammisi (Geburtshaus) von Nektanebos I. (C) zur koptischen Basilika (B). Das danach folgende römische Mammisi (A) mit umlaufenden Arkadengang wurde von Augustus erbaut. In einem Geburtshaus wurden religiöse Geburtsriten und Zeremonienspiele aufgeführt.

Dendera - Römisches Mammisi im Tempelbezirk
Römisches Mammisi mit der koptischen Basilika im Vordergrund, © Leben in Luxor

Dendera -  Gott Bes im Tempelhof
Das wohl meist fotografierte Motiv in Dendera: Bes im Tempelhof. Der missgestaltete Zwergengott war Schutzherr von Gebärenden und kleinen Kindern. © Leben in Luxor

Hier ist unser Rundgang zu Ende.

Buchen Sie jetzt Ihren nächsten Luxor-Urlaub!


Zurück nach oben



Der Tempel von Dendera in der Kunst


François-Martin Testard (1790-1819): Les scientifiques de la campagne d’Égypte devant le temple de Dendera, 1819

Leendert de Koningh (1777-1849), Lithografie nach Otto Baron Howen (1784-1848): Ruïne van het tempelcomplex van Dendera, 1830
Leendert de Koningh (1777-1849), Lithografie nach Otto Baron Howen (1784-1848): Ruïne van het tempelcomplex van Dendera, 1830

David Roberts (1796–1864): Dendera, lithographed by Louis Haghe, 1838
David Roberts (1796–1864): Dendera, lithographed by Louis Haghe, 1838

Hector Horeau (1801-1872): Ruins of the temple complex at Dendera - View looking out between two columns towards gateway (pylon), Aquarell, 1838
Hector Horeau (1801-1872): Ruins of the temple complex at Dendera - View looking out between two columns towards gateway (pylon), Aquarell, 1838

William James Müller (1812-1845): Temple of Denderah, Upper Egypt, Aquarell, 1839
William James Müller (1812-1845): Temple of Denderah, Upper Egypt, Aquarell, 1839

David Roberts (1796–1864): Dendera, Öl auf Leinwand, 1841
David Roberts (1796–1864): Dendera, Öl auf Leinwand, 1841

William James Müller (1812-1845): The Treasure Finders, Temple of Denderah, 1843
William James Müller (1812-1845): The Treasure Finders, Temple of Denderah, 1843

David Roberts (1796–1864): Decorated columns under the portico of the temple at Dendera, Egypt. Coloured lithograph by Louis Haghe, 1848
David Roberts (1796–1864): Decorated columns under the portico of the temple at Dendera, Egypt. Coloured lithograph by Louis Haghe, 1848

David Roberts (1796–1864): Temple of Isis on the roof of the temple of Dendera, lithographed by Louis Haghe, 1849
David Roberts (1796–1864): Temple of Isis on the roof of the temple of Dendera, lithographed by Louis Haghe, 1849

Carl Graeb (1816–1884): Der Hathortempel zu Dendera, Stahlstich, ca. 1850
Carl Graeb (1816–1884): Der Hathortempel zu Dendera, Stahlstich, ca. 1850

Karl von Libay (1814-1888): Dendera, Ägypten. Lithographie von Rudolf von Alt (1812-1905), in: Ägypten, Taf. 30, Wien, 1857
Karl von Libay (1814-1888): Dendera, Ägypten. Lithographie von Rudolf von Alt (1812-1905), in: Ägypten, Taf. 30, Wien, 1857

Zurück nach oben



Historische Fotografien (19. Jahrhundert)

Maxime Du Camp (1822-1894): Great Temple of Dendera, General View 1852
Maxime Du Camp (1822-1894): Great Temple of Dendera, General View 1852

Antonio Beato (1835-1906): Temple of Dendera, 1870 Cleveland_Museum_of_Art 1870
Antonio Beato (1835-1906): Temple of Dendera, 1870

Lehnert & Landrock, Kairo: Denderah. The great vestibul of the Temple of Hathor, 1904
Lehnert & Landrock, Kairo: Denderah. The great vestibul of the Temple of Hathor, 1904

Donald McLeish (1879–1950:) Ruins of Hathor Temple, Dendera, ca. 1915
Donald McLeish (1879–1950:) Ruins of Hathor Temple, Dendera, ca. 1915

Tempelinneres

Gabriel Lékégian (1853-1920 ca.): Dendera, 1900
Gabriel Lékégian (1853-1920 ca.): Dendera, 1900

Erik Lernestål: Denderah. Bild från familjen von Hallwyls resa genom Egypten och Sudan, 5 november 1900 - 29 mars 1901
Erik Lernestål: Denderah. Bild från familjen von Hallwyls resa genom Egypten och Sudan, 5 november 1900 - 29 mars 1901

Hathor-Kapelle

Félix Teynard (1817–1892): Dendérah (Tentyris), Temple d'Athôr - Sanctuaire Placé a l'Angle Sud-Ouest de la Plateforme Inférieure, 1851-1852
Félix Teynard (1817–1892): Dendérah (Tentyris), Temple d'Athôr - Sanctuaire Placé a l'Angle Sud-Ouest de la Plateforme Inférieure, 1851-1852

Félix Bonfils (1831-1885): Dendérah. Temple de feu sur le Temple de Tentyris, 1867
Félix Bonfils (1831-1885): Dendérah. Temple de feu sur le Temple de Tentyris, 1867

Zurück nach oben



Ausgewählte Quellen

Kent Weeks: Illustrierter Führer durch Luxor - Grabstätten, Tempel und Museen, 2005

Richard H. Wilkinson: [Anzeige] The Complete Temples of Ancient Egypt, AUC Press, 2000

Karl Richard Lepsius: Denkmäler aus Ägypten und Äthiopien, 1849–1859, Online-Faksimile-Ausgabe des Lepsius-Projekts in Sachsen-Anhalt

[Anzeige] Description de l'Égypte - Napoleons Ägypten 1798 - 1801, 2007

Buchen Sie jetzt Ihren nächsten Luxor-Urlaub mit einem Ausflug nach Dendera!

Zum Verzeichnis aller beschriebenen Tempel ...
To the top of the page

Wir vermitteln

Wir organisieren

Wir informieren

Wir berichten

Wir präsentieren

Nützliches