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Autorenforum: Taha Hussein - vom blinden Jungen aus Oberägypten zum Dichterfürsten

von Hans Mauritz (Oktober 2014)

illustriert von Claudia Ali

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Büste von Taha Hussein vor dem ihm gewidmeten Museum in Kairo, (c) Hans Mauritz
Büste von Taha Hussein vor dem ihm gewidmeten Museum in Gizeh, Kairo

Als Taha Hussein (auch Tāhā Husain und Tāhā Husayn, arabisch: طه حسين) am 31. Oktober 1973 zu Grabe getragen wird, reihen sich unzählige Ägypter aus allen Gesellschaftsschichten in den Trauerzug, der durch die Straßen von Kairo zieht: Der Verstorbene gilt als der erste große Schriftsteller des modernen Ägyptens und wird in der ganzen arabischen Welt als عميد الأدب „’amîd al-adab“, als „Doyen der Literatur“, verehrt. Er war Romancier, Essayist, Philosoph, Historiker, Übersetzer, Literaturkritiker und Publizist, wirkte als Professor, Dekan und Rektor an den Universitäten Kairo und Alexandria und erhielt 1950 als Erziehungsminister ein Regierungsamt; er verfasste mehr als siebzig Werke, die in ein Dutzend Sprachen übersetzt sind, war Ehrendoktor der Universitäten Oxford, Madrid und Rom und wurde zweimal für den Literatur-Nobelpreis nominiert. Dieser Mann, der Jahrzehnte lang im Rampenlicht stand, war am 14. November 1889 in einem Weiler bei Maghâgha in der Provinz al-Minya als siebtes von dreizehn Kindern zur Welt gekommen. Er hatte in früher Kindheit sein Augenlicht verloren, weil man seine Bindehautentzündung vernachlässigt und dann statt des Arztes den Quacksalber gerufen hatte, der seine Sehkraft vollends vernichtete.

Wir stellen in diesem Essay die Kindheits- und Jugendgeschichte vor, die Taha Hussein in den Jahren 1926, 1940 und 1955 veröffentlicht hat und die unter dem Titel „Die Tage“ الأيام (al-ajjâm) erschienen ist. In der deutschen Übersetzung tragen die drei Bände die Titel „Kindheitstage“, „Jugendjahre in Kairo“ und „Weltbürger zwischen Kairo und Paris“ (1). Seltsam ist, dass der Autor seine Lebensgeschichte in der dritten Person erzählt. Im ersten Band spricht er vom „blinden Knaben“ oder „unserem kleinen Freund“, später heißt es „der Junge“, „unser Freund“ und „der junge Mann“. Gelegentlich erweckt er fast den Eindruck, als spreche ein anonymer Erzähler, der nicht mit dem Helden der Geschichte identisch sei: „Ich kannte ihn als Dreizehnjährigen, als er nach Kairo geschickt wurde, um die Vorlesungen in der Azhar zu besuchen“. Genauso überrascht, dass der Junge namenlos bleibt wie die meisten Personen der Geschichte, sogar die Frau, die ihn aus der Finsternis erlösen wird, weil er fortan die Welt mit ihren Augen sehen kann: „Wie hätte er sich auch einsam und verlassen fühlen können (…) wo doch eine schöne sanfte, zarte Stimme in ihm nachklang, die Zärtlichkeit und Güte ausstrahlte, wenn sie ihm dieses oder jenes Werk der französischen klassischen Literatur vorlas?“

Taha Hussein mit Suzanne BresseauDiese Stimme gehört Suzanne Bresseau (1895-1989), zuerst seine Vorleserin, dann seine Gemahlin, die ihn ein Leben lang begleiten wird. Von der Liebesgeschichte erfahren wir so gut wie nichts. „Der junge Mann und seine Freundin verbrachten den Sommer nicht wie Verliebte. Sie vergeudeten die Zeit nicht mit zärtlichen, verträumten Begegnungen, (…) Sie wussten, dass ihre Zeit viel zu knapp war, um sich der Liebe und Wonne hinzugeben. (…) Er war zum Studieren nach Europa geschickt worden, nicht zum Lieben.“ Die Sprödheit und Zurückhaltung der Erzählung hängt wohl auch damit zusammen, dass die klassische arabische Literatur (mit Ausnahme der Poesie) ein solches Sich-zur-Schau-Stellen nicht kannte (2).

Dass Suzanne Bresseau vor allem eine Stimme ist, liegt auch daran, dass „Die Tage“ das Werk eines Blinden sind, der die Welt mit den Ohren aufnimmt. Wenn wir ihn auf den Straßen von Paris begleiten, nehmen wir die Stadt als ein Chaos von Stimmen und Gerüchen war. Als Kind hatte Taha viele Stunden am Kanal verbracht, um Hassan, dem Märchenerzähler, zu lauschen und sich dem „Reiz des Zuhörens“ hinzugeben: „Sein Vater und eine Anzahl seiner Freunde hatten Erzählungen aller Art außerordentlich gern. (…) Unser Freund saß wie ein eingeschüchterter Hund in respektvollem Abstand dabei, von niemand beachtet. Ihm entging nichts von allem, was gesprochen wurde.“ Als er viele Jahre später in Paris Lateinisch lernt und sich dazu die Blindenschrift aneignet, entwickelt er gegen sie eine regelrechte Abneigung: „Er hatte sich daran gewöhnt, das Wissen durch das Ohr zu empfangen, nicht durch die Finger.“

Wie sah der Knabe aus, der im Herbst 1902 im Alter von 13 Jahren nach Kairo kam? Der fiktive Erzähler, in dessen Rolle Taha Hussein hineinschlüpft, zeichnet folgendes Porträt, um der kleinen Amina, Tahas Tochter, zu zeigen, wie ihr Vater damals ausgesehen hat: „Ich kannte ihn als Dreizehnjährigen, als er nach Kairo geschickt wurde, um die Vorlesungen in der Azhar zu besuchen: ein fleißiger und strebsamer Jüngling, schmal, schlecht aussehend, sein Äußeres vernachlässigt. Man merkte ihm die Armut so richtig an. In seiner schmutzigen Abâ’a, mit seiner Mütze, deren Weiß schon in Schwarzgrau übergegangen war, mit seinem Hemd, das aus der Abâ’a hervorlugte und dem die vielen Flecken von Speiseresten ein buntscheckiges Aussehen gegeben hatten, und mit seinen abgetragenen geflickten Sandalen würde man über ihn die Nase gerümpft haben. Und doch würde man ihm zugelächelt haben, trotz seiner schäbigen Kleidung und trotz seiner Blindheit, denn seine Stirne war hell, und sein Mund lächelte (…) und auf seinem Gesicht zeigte sich nicht die Düsternis, die gewöhnlich das Gesicht der Blinden bedeckt.“

In dieser Lebensgeschichte nimmt naturgemäß des Thema der Blindheit einen zentralen Raum ein. In der Familie und in der engen Welt des Dorfes ist der Knabe behütet und geschützt, aber in der Rücksichtsnahme seiner Geschwister spürt er schon früh „etwas wie Überdruss und Barschheit (…) Mitleid von Verachtung untermischt, (…) sein Zorn verwandelte sich sehr bald in tiefe, stille Traurigkeit, als er seine Geschwister Dinge beschreiben hörte, die ihm gänzlich unbekannt waren. Da begriff er, dass sie sahen, was er nicht sehen konnte.“ Da er an den Aktivitäten des Hauses nur begrenzt teilnehmen kann, zieht er sich zurück in eine Welt der Phantasie, die geprägt ist von den Geschichten, die er hört.

Taha Hussein als Azhar-StudentDas Leiden an der Blindheit wächst, als Taha nach Kairo kommt, um an der berühmten religiösen Hochschule zum Scheich ausgebildet zu werden. Einer seiner Brüder, ebenfalls Student an al-Azhar, ist bereit, den Blinden zu betreuen, eine Bürde, die ihn überfordert. Der Junge muss zur Hochschule geführt und im Lauf des Tages von einer Vorlesung zur anderen geleitet werden: „Der Begleiter kam, nahm den Jungen bei der Hand, zog ihn wort- und gefühllos fort und brachte ihn zu einem anderen Kreis. Dort setzte er ihn hin, wie man ein Ding hinsetzt, und ging fort.“ Nach der letzten Lektion holt er ihn wieder ab, bringt ihn aufs Zimmer und stößt ihn auf sein Lager. Noch Jahre später, als der Zwanzigjährige an der Sorbonne studiert, wird eine launische Französin ihn zu den Vorlesungen begleiten, ohne ein Wort mit ihm zu wechseln: „Sie gab ihm den Arm, ging lautlos neben ihm her, als schleppe sie ein Gepäckstück, das weder sprechen noch denken kann.“

Wenn sein Bruder und seine Freunde zusammen speisen, scherzen und diskutieren, bleibt der Blinde isoliert: „Der Junge wurde jedoch völlig übersehen. Niemand sprach zu ihm oder richtete an ihn eine Frage. (…) In dieser Gesellschaft saß der Junge mit gesenktem Kopf, den Rücken wie ein Bogen gekrümmt. Bedächtig, ängstlich und scheu ging seine Hand hin und her zwischen dem Fladenbrot, das ihm hingeworfen worden war, und der fernen Bohnenschale mitten auf dem Tisch (…) Er achtete auf alles, was um ihn herum geschah, und hörte alles, was man sagte.“

Seine Familie hatte Rücksicht genommen und in seiner Gegenwart sein Gebrechen nie erwähnt. An al-Azhar herrschen andere Sitten. „Komm her, Blinder!“ ruft ihn der Prüfer beim Examen, und mit „Schweig, Blinder, was geht dich das an!“ reagiert ein Scheich, als Taha zu hinterfragen und zu widersprechen wagt. Später wird ihm in Frankreich beigebracht, dass er seine Augen hinter einer dunklen Brille zu verstecken hat. Da erinnert er sich an den blinden Dichter Abu-l-Alâ‘ al-Ma’arri (3), über den er 1914 in Kairo seine Dissertation verfasst und der aus eigener bitterer Erfahrung wusste, dass Blindsein eine Schande ist.

Blindheit isoliert, macht einsam und zerstört das Selbstvertrauen, denn für alles und jedes ist man auf fremde Hilfe angewiesen. In Paris sind seine ägyptischen Studiengefährten häufiger in den Cafés zu finden als in den Vorlesungen, denn sie entdecken die Welt der Frauen und der Liebe. Taha Hussein lauscht ihren Gesprächen, doch erleben kann er all das nicht: „Ohne Hilfe der anderen war er nicht in der Lage, etwas zu unternehmen, konnte die Gesichter der Schönen nicht sehen, wusste nicht, wie man mit ihnen reden und was man tun musste, um ihnen zu gefallen. (…) In der Nacht, wenn alle Freunde ihn verlassen hatten, blieb er allein in jener bitteren Einsamkeit.“ Wieder denkt er an Abu-l-Alâ‘ und dessen Klage, ein Mensch zu sein, der zu allem „nur durch andere fähig“ sei.

Der Knabe aus dem Dorf, der als Student, als Gelehrter und Doktorand spielend alle Hürden überwindet, „trug eine Quelle des Unglücks in sich, die erst versiegen würde, wenn sein Leben erschöpft war. Es war das Gebrechen, blind zu sein, das ihn bereits in früher Kindheit befallen und ihm seine Kindheit und Jugend verdorben hatte. (…) Wo immer er weilte oder reiste, fand er keinen Unterschied zwischen seiner Heimat (…) und den fremden Ländern. (…) Das lag an der widerlichen, dicken Hülle die ihn seit seiner frühen Kindheit von der Welt trennte und ihn gleichsam von allen Seiten umgab. Die Menschen waren für ihn Wesen, deren Stimmen er hörte. (…) Sehen konnte er sie nicht. (…) Ein Fremder war er in der Heimat, ein Fremder war er in Frankreich. Er wusste, dass er vom Leben der Menschen nur Äußerlichkeiten erfasste. (…) Es war ihm, als stünde er vor einer hermetisch verschlossenen Tür, die er nicht durchschreiten konnte. Er wusste eigentlich gar nicht, wie es um die Menschen, die Dinge, ja um ihn selbst bestellt war. Wie oft zweifelte er an seiner eigenen Existenz!“

In seiner Einleitung zur französischen Ausgabe von الأيام stellt der Schriftsteller André Gide die Frage, ob Taha Hussein vielleicht mit einer zweiten Finsternis zu kämpfen hatte, die noch schlimmer als die Blindheit war: mit der Dummheit und der Ignoranz (4). Diese „Finsternis“, welche das Leben auf dem Dorf, aber auch das Studium an al-Azhar prägt, nimmt einen breiten Raum in der Erzählung ein. „Die Leute vom Lande - Alte, Jünglinge, Knaben und Frauen - haben eine ganz eigene Mentalität, in der sich Einfalt, Mystizismus und bedenkenlose Unwissenheit mischen“. So glaubt man, dass böse Geister, عفاريت ‘afârît , in dunklen Winkeln hausen, dass verzauberte Wesen in der Tiefe des Kanals lauern und man sich gegen den bösen Blick der Neidischen zu schützen hat (5). Die Frömmigkeit der Dorfbewohner ist stark vom Aberglauben geprägt. Als Tahas kleine Schwester schwer erkrankt, steht die Familie hilflos jammernd um das Lager der Sterbenden herum: „Sonderbar, dass keiner von diesen Leuten an den Arzt dachte!“ Lieber wendet man sich an den Imâm der Moschee: „Man verehrt ihn wie einen Heiligen, fleht ihn an, Krankheiten zu heilen, als ob er Wunderkräfte besäße.“ Wenn ein Sufi-Scheich das Dorf aufsucht, raufen sich die Dorfbewohner, um einen Schluck vom Wasser zu erhaschen, mit dem sich der fromme Mann gewaschen hat. Gegen Unheil und Schicksalsschläge helfen Papierschnipsel, welche die „Schriftkundigen“ herstellen und verkaufen: „Die Menschen glaubten ihnen, sie verschlangen diese Schnipsel und erstatteten den Gelehrten den Preis dafür in roten und gelben Eiern“. Als 1902 die Cholera ausbricht, kommt „unser verehrter Herr“, der Scheich der Koranschule, durch die Anfertigung von Amuletten zu unverhofftem Reichtum.

Dieser Koranschule, ihrem Scheich und all den vielen „Schriftkundigen“ „Gelehrten“ und „Sufis“, die im Dorf Ansehen und Würde genießen, hat Taha Hussein 70 Seiten, etwa die Hälfte seiner Kindheitsgeschichte, gewidmet. Für den blinden Knaben war es besonders wichtig, den Koran auswendig zu lernen, denn ein Blinder hat wenig Zukunftsperspektiven: Entweder verdient er seinen Lebensunterhalt, indem er bei Feiern und Beerdigungen den Koran rezitiert, oder, falls er begabt und fleißig ist, studiert er an al-Azhar, wird selbst ein Scheich und schart Schüler um sich herum. Seinem Koranlehrer und den anderen Scheichs des Dorfes wirft Taha Hussein geistige Beschränktheit vor, aber auch Betrug, Neid, Hab- und Machtgier. Einer von ihnen war ursprünglich ein Eseltreiber, ein anderer kann weder lesen noch schreiben und nicht einmal الفاتحة al-fâtiha, das Glaubensbekenntnis, aufsagen, wie es sich gehört. Einige „nahmen ihre Weisheit unmittelbar aus dem Koran, den sie verstanden, wie sie es gerade vermochten, freilich nie, wie er wirklich ist oder wie er begriffen werden muss“, ein anderer, der den Sufis nahe stand, „war der Meinung, die einzig wahre Wissenschaft sei die göttliche Eingebung, die sich von Gott herab unmittelbar ins Herz senke, ohne dass es eines Buches bedürfe - ja ohne dass man zu lesen und zu schreiben verstünde.“

Taha Hussein spart nicht mit Kritik und Spott an diesen Sufis, die sich „Leute von der göttlichen Eingebung“ nennen. Da Tahas Vater einem Sufi-Orden nahe steht, muss er die Hundertschaft beherbergen und verköstigen, die einmal im Jahr auf Rossen, Maultieren und Eseln ins Dorf einreitet. „Sie zogen mit gewaltigem Pomp durch die Dörfer und ländlichen Gebiete (…) Lämmer wurden geschlachtet, große Platten voller Speisen sah man vor dem Hause angerichtet werden. Mit unvergleichlicher Gier fielen sie über ihr Mahl her!“ Um das zu finanzieren, muss der Vater Schulden machen. Der Ordensführer ist listig und habgierig, und wenn er zornig wird, brüllt und schäumt er auf eine ganz und gar unfromme Art. Die Dorfbewohner stellen ihm Fragen, „und der Herr antwortet ihnen mit fremdartigen, tiefsinnigen Worten, die man auf alle mögliche Weise verstehen und auslegen kann.“

Sufis beim Zikr in Luxor, (c) Claudia Ali
Sufis beim Zikr in Luxor

Taha Hussein geht so weit, den Mystizismus der Sufis in den Zusammenhang zur Zauberei zu stellen, an welche die Dorfbewohner glauben. „Macht nicht auch der Sufi sich selbst und der Wissenschaft vor, dass er die Schleier des Verborgenen zu durchdringen, dass er von Vergangenem und Künftigem zu künden vermag und dass er imstande sei, die Grenzen der Naturgesetze zu überschreiten und Wunder und außerordentliche Taten zu vollbringen? Und was tut der Zauberer anderes?“(6)

Wenn Taha Hussein mit Scheichs und „Schriftkundigen“, mit „Gelehrten“, Zauberern und Sufis so streng ins Gericht geht, dann wohl auch deshalb, weil er selbst als Kind von „Teufelswerk“ und Heuchelei nicht frei war. Er hatte sich ein Zauberbuch besorgt und versucht, mit glühenden Kohlen und Räucherwerk einen dienstbaren Helfer aus der Geisterwelt hervorzuzaubern. Obwohl dies scheitert, gibt er sich seinen Kameraden gegenüber als versierten Zauberer aus. Taha hatte den Koran auswendig gelernt, aber das meiste wieder vergessen, weil ihm das lästige Repetieren zuwider war. „So kam der Knabe jeden Tag zur Schule, grüßte den Hilfslehrer, setzte sich vor ihm auf den Boden und begann murmelnd die Lippen zu bewegen, als rezitiere er den Koran.“ Wenn sich sein Vater nach seinen Fortschritten erkundigt, lügt er ihn an. Das hindert ihn nicht daran, sich als „Scheich“ aufzuspielen, der Kameraden und Lehrern überlegen ist.

Mit dreizehn Jahren setzt sich Taha Hussein, ganz erfüllt vom Streben nach Wissenschaft, zu den Schülern, die im Innenhof von al-Azhar einen Kreis um die Professoren bilden. Kairo verängstigt und erschreckt den blinden Jungen, aber ganz entwurzelt ist er nicht: Das alte Mietshaus, in dem er wohnt, ist voll von Studenten, die wie er vom Lande kommen, oft aus den Dörfern Oberägyptens. Al-Azhar ist eher die Schule der Armen und der Kinder aus traditionellem, ruralem Milieu. Die Sprösslinge der reichen, fortschrittlichen „Tarbusch-Träger“ sind an den modernen Lehranstalten zu finden, die zu dieser Zeit gegründet werden (7). „In einem einzigen Zimmer wohnten zuweilen zwanzig Studenten, (…) ein Student bezahlte nur einen Piaster. Das beschreibt die Situation der vielen Jungen vom Lande, die nach Kairo kamen, um an al-Azhar Wissenschaften und Religion zu studieren. Sie erwarben soviel Wissen, wie ihnen möglich war, aber sie nahmen zugleich Schaden an Leib, Seele und Geist.“ Sie ernähren sich von gesottenen Bohnen (فول ) und dem Fladenbrot, (عيش بلدي ), das ihnen die Lehranstalt, genau abgezählt, gratis zur Verfügung stellt. Den Bewohnern des Mietshauses widmet Taha Hussein mehr als 40 Seiten seiner Erzählung, denn sie bilden die Welt, in der er die ersten Studienjahre verbringt. Viele sind eigentlich fehl am Platze, nicht für die „Wissenschaft“ gemacht. Einer hat schon zwanzig Jahre hier verbracht, ist immer wieder gescheitert und meldet sich zu den Prüfungen gar nicht mehr an. „Er war durch und durch Fellache“, bleibt aber dennoch in Kairo und genießt die Freuden, die ihm die Großstadt bietet. Ein anderer, schon über 50 Jahre alt, gibt die Hoffnung nicht auf. „Er schämte sich, als Versager ins Dorf zurückzukehren, (…) die Leute machte er glauben, er sei mit Lesen und Forschen voll beschäftigt.“

Der Innenhof der Al-Azhar-Universität mit Studierenden, ca. 1906, (c) David Gardner
Der Innenhof der Al-Azhar-Universität mit Studierenden, ca. 1906

Taha Hussein lacht über solche Versager oder hat Mitleid mit ihnen, aber er eifert ihnen nicht nach. „Hier an al-Azhar fand er Behaglichkeit, Geborgenheit, Frieden und Ruhe. (…) Hier fühlte der Junge sich zu Hause, unter den Seinen, kam sich nicht fremd vor und empfand keine Schmerzen. Seine Seele öffnete sich nach allen Seiten, und sein Herz verlangte danach, von allen Seiten zu empfangen. (…) Er hatte ein unbestimmtes, aber starkes Gefühl, dass die Wissenschaft unendlich ist und dass sich die Menschen ein Leben lang um sie bemühen und doch nur einen winzigen Bruchteil von ihr erfassen können. Auch er wollte sein ganzes Leben lang auf diesem Weg gehen“. Leider aber kann al-Azhar diese Erwartungen nicht erfüllen. Nach vier Jahren, die ihm wie vierzig vorkommen, wird er folgendes Fazit ziehen: „Es war die geisttötende Langeweile, unter der er schrecklich litt, eine Langeweile, die sein ganzes Leben erfüllte und die sich aller Schichten seiner Seele bemächtigte. (…) Bei all diesen Lehrveranstaltungen hörte er stets dieselben faden Floskeln und wiedergekäuten, sterilen Vorträge.“ Mehr noch als die Fächer, die er studieren muss (islamische Rechtswissenschaft, Grammatik, Syntax, Rhetorik, Logik und „Einheitslehre“), stoßen ihn die Lehrmethoden ab. Die meisten Dozenten nehmen das Wort „Vorlesung“ allzu wörtlich: Sie lesen das Lehrbuch oder Kompendium einfach vor, zählen alle Erläuterungen auf, die andere Exegeten bereits geliefert haben, und fügen eigene Erklärungen hinzu, selbst wenn diese zum Verständnis gar nicht nötig sind. Am meisten irritieren Taha die „fanqalas“, „wortbezogene, stumpfsinnige Haarspaltereien, zeitvergeudende, völlig überflüssige, an den Haaren herbeigezogene grammatische Analysen.“ Das Wort „fanqala“ ist gebildet vom Ausdruck ف ان قيل „fa-in-qîla“ und meint die von den Dozenten ständig eingeschobenen Sätze „manch einer könnte sagen…“, „manch einer könnte dagegen einwenden, dass…“, worauf dann die Argumente und Gegenargumente angeführt werden, die sich auf einen meist eindeutigen und harmlosen Satz beziehen. Einer der Professoren ist ehrlich (und selbstverliebt) genug, um stolz zu verkünden: „Mich hat Gott mit der Gabe bedacht, zwei Stunden zu reden, ohne dass jemand - nicht einmal ich selbst - etwas versteht!“

Taha Hussein, der schüchterne Knabe vom Land, macht sich mit kritischen Fragen und scharfer Zunge unbeliebt. Die Reaktion der Professoren ist oft „Lass die Finger davon, denn du verstehst solche Dinge nicht.“ Ein anderer Scheich ist noch brutaler: Wenn ein Student widerspricht, „schlug er ihn mit der Faust, sofern er in Reichweite saß, sonst bewarf er ihn mit einem Schuh. (…) Aus diesem Grunde fürchteten sich die Studenten, den Scheich zu fragen, und ließen ihn lesen, kommentieren, erklären.“

Taha stört sich nicht nur an den Inhalten und den pädagogischen Mängeln dieser Vorlesungen, sondern auch daran, dass kaum einer dieser Scheichs „ohne Laster“ ist: „Intrigen, Verleumdungen, Verschwörungen, und Schmeicheleien gegenüber Mächtigen und Vorgesetzten“. Er sieht Scheichs, die neidisch, heuchlerisch und von nur oberflächlicher Frömmigkeit sind. Die älteren Studenten, die gewisse Dinge schon verstehen,“ zeigten mit dem Finger auf einige Scheichs, die sich für diesen oder jenen Jüngling auf verdächtige Weise interessierten.“

Imâm Muhammad ‘AbduhNicht alles, was an al-Azhar passierte, hat der junge Taha Hussein als negativ empfunden. Das Positive hat vor allem mit der Figur des Imâm Muhammad ‘Abduh (1849-1905) zu tun, der seit 1895 Mitglied des Rektorats, später Mufti und Rektor war. Er galt als „Schlüsselfigur der Erneuerung des geistigen Lebens in der islamischen Welt“ (8) und bemühte sich, tiefgreifende Reformen in Lehrstoff und Lehrmethode durchzusetzen. 1905 aber kam es zum Streit mit dem Khediven Abbâs Helmi, der Muhammad ‘Abduh absetzen ließ, was die Hochschule widerspruchlos akzeptierte. „Die Azhariten waren die schwächsten und unterwürfigsten von allen“, kommentiert Taha Hussein. Seine Freunde und er aber halten dem Reformator die Treue. Da sie die offiziellen Lehrbücher verabscheuen, besorgen sie sich andere, zu denen Muhammad ‘Abduh ihnen rät. Sie verlangen nach Information, die nicht wiedergekäut ist, sondern aus den Quellen fließt. Statt in nutzlose Vorlesungen gehen sie lieber zum Lesen und Forschen in die Staatsbibliothek. Wie sehr Muhammad ‘Abduh im konservativen Milieu, vor allem auch auf dem Land, verabscheut und verteufelt wurde, muss Taha Hussein am eigenen Leib erfahren. Als die Leute hören, dass dieser junge Mann ihren Heiligenkult kritisiert, reagieren sie empfindlich: „Dieser Junge ist ein Verirrter und ein Irreführer. Er hat in Kairo die schädlichen Äußerungen und verderblichen Ansichten von Scheich Muhammad ‘Abduh gehört und kommt nun hierher, um die Menschen auf Irrwege zu führen.“

Für Taha ist besonders wichtig, dass unter den neuen Fächern, die Muhammad Abduh in den Lehrplan aufnahm, auch die Literatur gehörte. Die Lektionen des Scheichs al-Marsafî über die alte arabische Dichtung eröffnen ihm eine neue Welt, denn dieser „schärfte und schulte ihren Geschmack, um die Schönheit in Poesie und Prosa (…) zu erkennen (…). Er hob den Unterschied zwischen der Rohheit des azharitischen Geschmacks und der Geschliffenheit der Alten hervor, zwischen der Stumpfheit des azharitischen Geistes und dem kritischen Urteil und Kunstverständnis der Alten.“ (9)

Was Taha Hussein aus seinem Leiden an al-Azhar rettet, ist die Tatsache, dass 1908 die Universität Kairo gegründet wird. Er schreibt sich ein, besucht zunächst Vorlesungen an beiden Hochschulen, bevor er ganz mit al-Azhar bricht. An der Universität beginnt für Taha Hussein ein neues Leben. Die Professoren lesen nicht dogmatische Lehrbücher vor, sondern Texte, die sie selbst verfasst haben. Taha „hörte Dinge, die ihm nicht einmal im Traum eingefallen wären“. Europäische Professoren halten in arabischer Sprache Vorlesungen über die pharaonische Kultur, die Geschichte der arabischen Literatur und der islamischen Philosophie, über die Geschichte des alten Orients und über die semitischen Sprachen. Taha ist so begeistert, dass er keinen Schlaf mehr findet. „Das ägyptische Universitätsleben war in seiner ersten Zeit ein ununterbrochenes Fest, das die Ägypter Abend für Abend feierten, so verschieden sie im Bildungsniveau auch sein mochten. Ob arm, ob reich, traditionell oder europäisch gekleidet, strömten sie in die Hörsäle (…). Nicht nur die ausländischen Professoren machten das Universitätsleben zu einem ununterbrochenen herrlichen und genussreichen Fest, sondern auch die ägyptischen trugen zu seinem prachtvollen Glanz bei.“ Für Taha ist dies besonders wichtig: „Sie gaben ihm die Möglichkeit, seine ägyptisch-arabische Identität gegenüber dem großen Wissen der Orientalisten zu behaupten (…). Die ägyptischen Professoren verhalfen ihm zu einer soliden Grundlage unverfälschter orientalischer Kultur und damit zu einem harmonischen Charakter, der gleichermaßen aus dem Wissen des Orients und des Okzidents gespeist wurde.“

Dieses Streben nach Harmonie und Ausgleich wird Tahas Leben und Denken bestimmen. Der Autor und Gelehrte, der in Montpellier und Paris studiert, mit André Gide und Paul Valéry verkehrt, der griechische Tragödien und französische Poesie ins Arabische übersetzt, schreibt seine Dissertation an der Universität Kairo über einen arabischen Klassiker aus dem 10. Jahrhundert und erlangt das Doktorat an der Sorbonne mit einer Arbeit über Ibn Khaldûn, den nordafrikanischen Geschichtsschreiber aus dem 14. Jahrhundert. Angeregt zu dieser Schrift hatte ihn sein französischer Lehrer Emile Durkheim, der als Begründer der Soziologie gilt. Jahre später wird Taha einem französischen Besucher seine Überzeugung anvertrauen, dass „der wahre Gründer der Soziologie nicht etwa Durkheim, sondern Ibn Khaldûn gewesen sei“ (10). Taha strebt danach, Ägypten zum Westen und zur Moderne hin zu öffnen, ohne die Werte seiner Tradition zu verleugnen. Für ihn ist die geistige Welt Ägyptens von drei Elementen geprägt: dem Erbe der Pharaonen, der arabischen Zivilisation und dem, was die Fremden beigetragen haben: die Griechen, Römer, Juden und Phönizier in der Antike, die Araber, Türken und die Kreuzfahrer im Mittelalter, die Europäer und Amerikaner in der Neuzeit. Das klassische Erbe, „Grundlage der arabischen Kultur, stellt einen Teil unserer Identität dar (…) und bewahrt uns davor, im Fremden unterzugehen“ (11). Die Ufer des Mittelmeeres sind, trotz aller Unterschiede, Teile einer umfassenden Kultur.

Seine Abwendung von al-Azhar und seine Öffnung hin zur Moderne und zum Westen hatten zur Folge, dass Taha Hussein ein Leben lang von religiösen und konservativen Kreisen angefeindet wurde (12). Man brandmarkt ihn als Ketzer, weil er seine Dissertation über einen atheistischen Dichter verfasst habe. Der oberste Scheich von al-Azhar verzichtet darauf, an Tahas Staatsbegräbnis teilzunehmen. Noch im Februar 2013, in den Wirren von Revolution und Gegenrevolution, entführen Unbekannte Tahas Statue aus al-Minya, dem Hauptort seiner Heimatprovinz. Am 24. Oktober 2012 stellt ein anderer Unbekannter ein Pamphlet ins Internet (13), das Taha als privilegierten „Pascha“, als Opportunisten und Wendehals verunglimpft. Er habe Parteien und Politiker unterschiedlicher Couleur unterstützt, um daraus Nutzen für seine Karriere zu ziehen. Unter Nasser habe er als Sprachrohr des Regimes fungiert, nie gegen Zensur und Unterdrückung der Opposition protestiert und an einem Buch mitgewirkt, das gegen die Moslembrüder gerichtet sei. Schließlich wird Taha Hussein an die Seite der „felûl“ الفلول gestellt, der Anhänger und Profiteure des Präsidenten Mubarak, die ihrem Idol auch nach seiner Absetzung die Treue hielten.

Taha Hussein und Nasser
1959: Taha Hussein bekommt den ägyptischen Literaturpreis von Staatspräsident Gamal Abdel Nasser

 

Fußnoten:

  1. Die drei Bände sind 1985, 1986 und 1989 in der Übersetzung von Mustafa Maher in der Edition Orient in Berlin erschienen. Da der erste Band, „Kindheitstage“, in dieser Ausgabe vergriffen ist, zitieren wir den Text nach der Übersetzung von Marianne Lapper, (Ost-)Berlin 1962.
  2. Ein schönes Beispiel dafür, wie zurückhaltend und humorvoll Taha Hussein erzählt, ist die Schilderung der sexuellen Nöte, von denen der junge Taha und seine Freunde gequält werden: Unter den merkwürdigen Bewohnern und Besuchern des Mietshauses, in dem sie leben, befindet sich auch ein lästiger Kobold und Quälgeist, der sich tagsüber versteckt und nachts sein Unwesen treibt.
  3. Abû l- ‘Alâ‘ al-Ma‘arrî (979-1058), Dichter und Philosoph, gilt als einer der größten Denker des arabischen Mittelalters. Er lebte und studierte in Bagdad, bevor er sich in ein Dorf in Syrien zurückzog, wo er wie ein Einsiedler lebte. Er war Atheist und hatte, wohl nicht zuletzt wegen seiner Blindheit, eine düstere Weltanschauung.
  4. Taha Hussein: Le Livre des jours, traduction par Jean Lecerf et Gaston Wiet, préface d’André Gide, éditions Gallimard 1947
  5. Solche Glaubensvorstellungen sind auch heute noch in Oberägypten weit verbreitet. Vgl. dazu folgende Arbeiten im Autorenforum dieser Website: Elisabeth Hartung: Die Geister sind überall und Hans Mauritz: Nubien - mein ertrunkenes Land.
  6. Taha Hussein, der für ein „aufgeklärtes“ Ägypten kämpft, geht mit dem „Mystizismus“ hart ins Gericht. Unsere eigenen Erfahrungen sehen anders aus: Die Sufis und ihre Zeremonien in den Dörfern rund um Luxor sind Ausdruck der Volksfrömmigkeit und zentraler Bestandteil der oberägyptischen Kultur. Wir Fremde, die bei diesem „zikr“ als Zuschauer stets willkommen sind, erleben echte Frömmigkeit und Spiritualität.
  7. Tahas Bruder besucht nach dem Diplom an al-Azhar die neugegründete Schule für islamisches Recht, während sein Vetter sich an „Dâr al-‘ulûm“ einschreibt, einer 1871 als moderne Fakultät für arabische Sprache und Literatur gegründeten Hochschule.
  8. Mustafa Maher: Erläuterungen zu „Jugendjahre in Kairo“ (s. Fußnote 1). Den Erläuterungen und dem Nachwort in der Ausgabe der Edition Orient verdanken wir wertvolle Hinweise.
  9. Taha Hussein wird das Verständnis der großen Werke der klassischen arabischen Literatur durch zahlreiche Studien bereichern, u.a. über die vorislamische Poesie, über Abû l-Alâ‘ und al-Mutanabbî. Seine Studie über die vorislamische Poesie spaltet die öffentliche Meinung und führt zu einem Skandal, weil der Exeget das Überlieferte nicht als unantastbar betrachtet, sondern sich erlaubt, es im Gefolge von Descartes mit dem Instrument des Zweifels zu hinterfragen.
  10. Vorwort zu Taha Hussein: La traversée intérieure, Gallimard, Paris 1992, S. 10
  11. Taha Hussein: Au-delà du Nil. Textes choisis et présentés par Jacques Berque, Connaissances de l’Orient, Paris 1977, S. 109 und 264f
  12. „Für einen Teil der öffentlichen Meinung (…) wird Taha Hussein wenn nicht die Gottlosigkeit, so doch den mangelnden Respekt vor der Religion und auf jeden Fall eine übertriebene Verwestlichung symbolisieren.“
    (Aus Jacques Berques Einleitung zu Fußnote 11, S. 17)
  13. Blogeintrag von Giedre Sabaseviciute: Was Taha Hussein a felool?

 

 

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