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Luxor Westbank - Totentempel Sethos I.
Sethos I. (1290 – 1279 v. Chr., 19. Dynastie) war der Sohn und Mitregent von Ramses I. und Vater von Ramses II., den er wiederum im Alter von fünfzehn Jahren zu seinem Mitregenten machte. Sethos I. errichtete außer der Säulenhalle im Karnak-Tempel gleich zwei Totentempel, beide als Millionenjahrhäuser: einen in Abydos, dort findet sich die berühmte Königsliste von Abydos, und einen in Theben, im heutigen Dorf Qurna auf der Westbank von Luxor - direkt gegenüber vom Karnak-Tempel. Sethos I. erlebte die Vollendung seiner beiden Totentempel nicht mehr, Ramses II. stellte sie fertig.

Karl Richard Lepsius: Theben - Tempel Sethos I. von Alt Qurna
In einem Totentempel wurden auch schon zu Lebzeiten des Pharaos rituelle Handlungen der Reinigung und Opferung vollzogen. Nach seinem Tod diente er dazu, desen Wiedervereinigung mit der höchsten Gottheit zu erreichen. Im Neuen Reich war das die thebanische Göttertriade Amun, Mut und Chons. Ursprünglich verband ein System von Kanälen die königlichen Totentempel mit dem Nil.

Sethos I. begann den Bau der Tempelanlage in Theben vermutlich in der Mitte seiner Regierungszeit und folgte dabei älteren Konzepten der 18. Dynastie, denn er weihte ihn nicht der Göttertriade, sondern hauptsächlich Amun. Sethos I. baute nicht nur für seinen eigenen Totenkult, sondern auch für den seines Vaters Ramses I., da dieser es aufgrund seiner kurzen Regierungszeit nicht geschafft hatte, sich einen eigenen Totentempel zu bauen.
Als im November 1994 sintflutartige Regengüsse mit einer Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern die Thebanische Nekropole überschwemmten, wurde auch die 3,20 Meter dicke Lehmziegel-Umfassungsmauer des Tempels zerstört, der Tempel selbst überflutet und die Sphingen-Allee schwer beschädigt.

Der Totentempel wurde aufwändig restauriert und im März 2004 geöffnet, doch ein Großteil des Tempels existiert nicht mehr. Ursprünglich mass die gesamte Anlage 124 x 162 Meter. Die Umfassungsmauer mit Eingangspylon umschloss einen zweiten Pylon, die Vorhöfe, den Tempelpalast und die Magazine.

Die Pylone und die beiden Vorhöfe sind heute ebenso zerstört wie der Tempelpalast und die Nebengebäude. Nur die letzte Reihe der Säulen des Zweiten Hofes (C), die Säulenhalle (D) und das Allerheiligste (E) blieben erhalten.
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Totentempel Sethos I. - A Zweiter Pylon |
Beginnen wir unseren Rundgang. Im Ersten Hof harren verschiedene beschädigte Reliefs und Skulpturen vor einer Werkstatt der Restaurierung.


Restaurierungswerkstatt im Ersten Hof: Doppelkrone und Votivstele
Über den Zweiten Hof (B) gelangen wir zum Portikus (C) mit 9 von ursprünglich 10 Papyrusbündelsäulen. Er verfügt über 3 Durchgänge in die verschiedenen Tempelbereiche. Der mittlere führt zur Säulenhalle (D), wo 6 Säulen eine reich verzierte Decke tragen.
Beachten Sie auf zweien der folgenden Bilder die mit hellem Klebeband abgeklebten dunklen Rechtecke, die den Zustand der Decken und Wände in der Säulenhalle vor der Restaurierung zeigen.

Säulensaal - Decke

Säulensaal - Decke
Hinter dem Säulensaal (D) liegt das Allerheilgste, der Barkensaal für Amun (E).


Allerheiligstes mit Relief der Barke des Amun und Detail der Barke

Mittelachse des Tempels, Blick zurück zur Säulenhalle
Der Durchgang auf der linken Seite des Portikus (C) führt in ein Heiligtum (F), mit Säulensaal und 3 kleinen Kapellen, die Sethos I. seinem Vater Ramses I. widmete. Von hier gibt es auch einen Weg nach draußen zum Heiligen Brunnen.

Tempel Ramses I.
Der Durchgang auf der rechten Seite des Portikus (C) führt in einen Hof, der dem Sonnenkult des Re-Harachte diente, den sogenannten Sonnenhof (G).

Sonnenhof
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