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Tempel außerhalb von Luxor - Tempel im und am Nassersee

von Claudia Ali, 06.02.18

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Als der Nassersee bei Assuan gebaut wurde, drohte vielen altägyptischen Bauwerken in Nubien der sprichwörtliche Untergang. Damit dieses Schicksal nicht alle ereilte, organisierte und finanzierte die UNESCO ab 1959 Rettungskampagnen, an denen mehrere Länder, auch Deutschland, beteiligt waren. Die wichtigsten Tempel, wie z.B. Abu Simbel, wurden Stein für Stein abgebaut und an höheren, sicheren Orten neu errichtet. Die meisten dieser nubischen Tempel sind nun nur noch per Kreuzfahrtschiff auf dem Nassersee zu besichtigen. Im Folgenden stelle ich Ihnen diese Tempel, die 1979 allesamt in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes eingetragen wurden, vor.

Modell der Felsentempel von Abu Simbel im Nubischen Museum, Assuan
Modell der Felsentempel von Abu Simbel i(vorher und nachher) im Nubischen Museum, Assuan

 

 

Tempel auf Neu-Kalabsha (Kalābsha al-gadīda - كلابشة الجديدة)

Neu-Kalabsha ist eine Insel im Nassersee in der Nähe seines Westufers, auf der die vor den Wasserfluten geretteten Tempel von Kalabsha, Beit el-Wali, Dedwen und Gerf Hussein sowie der Kiosk von Qirtasi wiederaufgebaut wurden.

Neu-Kalabsha mit Mandulis-Tempel (Mitte) und Dedwen-Tempel (rechts)
Neu-Kalabsha mit Mandulis-Tempel (Mitte) und Dedwen-Tempel (rechts)

 

Der Tempel von Kalabsha (Kalābaša - كلابشة)

Der Kalabsha-Tempel vor seiner Verlegung (Foto von Émile Béchard, ca. 1875)
Der Kalabsha-Tempel vor seiner Verlegung (Foto von Émile Béchard, ca. 1875)

Der Tempel von Kalabsha (Kalabscha, Kalapsche) lag auf 195 Meter Höhe in Kalabsha, einem nubischen Ort 50 km südlich von Assuan, der heute im Nassersee versunken ist. Das Tempelgebäude wurde vor der Überflutung durch den Stausee gerettet, indem man es 1962 unter deutscher Federführung in 13.000 Blöcke zerlegte und 1963 zusammen mit den anderen geborgenen Tempeln auf der Insel Neu-Kalabsha etwas weiter südlich am nordwestlichen Ende des Nassersees wieder aufbaute.

Mandulis-Tempel: Pylon
Der Kalabsha-Tempel: Aufstieg zum Pylon

Kaiser Augustus errichtete den Kalabsha-Tempel auf den Grundmauern eines ptolemäischen Tempels. Er weihte ihn dem unternubischen Sonnen- und Fruchtbarkeitsgott Mandulis (Merwel). Der Tempel ist mit 72 × 36 Metern die größte freistehende Tempelanlage Unternubiens (das ist der ägyptische Teil Nubiens, Obernubien liegt im Sudan). Er besteht aus einem Pylon (A), einem offenen Hof (B), einer Säulenhalle (C) und drei hintereinander liegenden Sanktuarräumen (D).

Mandulis-Tempel: Grundriss

Mandulis-Tempel
von Kalabsha

A Pylon
B Hof
C Säulenhalle
D Sanktuar
E Nilometer
F Umfassungsmauer
G Kapelle
H Kapelle

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Der Tempel von Beit el-Wali (Bait al-Wālī - بيت الوالي)

Der in den Felsen gehauene Tempel von Beit el-Wali war der erste Tempel, den Ramses II. in Nubien errichten ließ. Er war den Göttern Amun-Re, Re-Harachte, Chnum und Anuket geweiht und lag ursprünglich im Dorf Beit el-Wali ("Haus des Statthalters“), 50 km südlich von Assuan an der Westseite des Nils gelegen.

Der Tempel von Beit el-Wali vor seiner Verlegung, aus: Herbert Ricke u.a., The Beit el-Wali Temple of Ramesses II, 1967
Der Tempel von Beit el-Wali vor seiner Verlegung (Foto der Koch-Breasted-Expedition, 1906)

1964 wurde der Tempel von Beit el-Wali von polnischen Archäologen mit schweizerischer und amerikanischer Hilfe in Einzelteile zersägt und abgebaut. Der Wiederaufbau auf der Insel Neu-Kalabsha erfolgte von 1965 bis 1969. Seither befindet er sich oberhalb des Tempels von Kalabsha im Nordosten der Insel.

Tempel von Beit el-Wali: Hof
Der Tempel von Beit el-Wali: Hof

Der Tempel von Beit el-Wali besteht aus einem Hof (1), einer Vorhalle (2) und einer Querhalle (3). Der ursprüngliche Pylon ist ebensowenig erhalten wie das Ziegelgewölbe, das den Hof früher bedeckt hat.

Tempel von Beit el-Wali: Grundriss

Tempel von Beit el-Wali

1 Hof
2 Säulenhalle
3 Sanktuar

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Der Tempel des Dedwen (Dedun):

Südwestlich hinter der Tempelanlage für Mandulis steht ein Mammisi, das sich ursprünglich innerhalb der Umfassungsmauer des Mandulis-Tempels befand. Es ist dem nubischen Gott Dedwen geweiht und besteht aus einem offenen Hof und einer kleinen Felsenkammer.

Tempel des Dedwen
Der Tempel des Dedwen

 

 

Der Tempel von Gerf Hussein (Garf Husain - جرف حسين)

Gerf Hussein (Gyrshe, Girscheh) war ein etwa 90 km südlich von Assuan an der Westseite des Nils gelegener Ort, an dem ebenfalls ein Felsentempel aus der Zeit Ramses II. stand. Der Ort liegt heute - mit dem Großteil des Tempels - im Nassersee.

Der Tempel von Gerf Hussein vor seiner Verlegung, Public Domain
Der Tempel von Gerf Hussein vor seiner Verlegung (Foto von Francis Frith, etwa 1850-1870)

Setau, der Vizekönig von Kusch, errichtete den Tempel von Gerf Hussein zu Ehren von Ramses II. und widmete ihn v.a. dem Gott Ptah. Die 65 m lange Tempelanlage war teilweise in den Fels hinein gebaut und ähnelte vom Grundriss her dem Großen Tempel von Abu Simbel.

Gerf Hussein - Grundriss A Pylon
B Hof
C Pfeilersaal
D Opfertischsaal
E Barkensanktuar

Ursprünglich betrat man den Tempel durch einen Pylon (A). Von dort gelangte man in einen Hof (B), der zu den 43 m tief in den Fels gehauenen Räumen führte: dem Pfeilersaal (C), dem Opfertischsaal (D) und dem Barkensanktuar (E), an dessen Rückwand vier Kultstatuen für Ptah, Ramses II., Ptah-Tatenen und Hathor aus dem Felsen gehauen waren. Viel ist vom ursprünglichen Tempel heute nicht mehr übrig. Nur Fragmente des Hofes wurden auf der Insel Neu-Kalabsha wieder aufgebaut.

Tempel von Gerf Hussein, Blick nach Norden
Der Tempelhof von Gerf Hussein, Blick nach Norden

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Der Kiosk von Qirtasi (Qirtāsī - قرطاسي)

Der Kiosk von Qirtasi (Kertassi, Gartas) stand ursprünglich 40 km südlich von Assuan am Westufer des Nils am Eingang zu einem antiken Steinbruch im Dorf Qirtasi. 1960 wurde er abgebaut und auf die Insel Neu-Kalabsha versetzt. Dort steht er nun im Süden der Insel links vom Mandulis-Tempel.

Kiosk von Qirtasi
Der Kiosk von Qirtasi

Der Kiosk von Qirtasi stammt aus griechisch-römischer Zeit. Seine Architektur erinnert an den Trajan-Kiosk von Philae, er ist aber mit 8,3 × 8,3 Metern wesentlich kleiner. Von den ehemals 14 Säulen sind heute noch 6 erhalten. Zwei davon sind Hathor-Säulen, die Göttin war unter anderem Schutzpatronin der Steinbruch- und Minenarbeiter. Das Dach aus Sandsteinplatten existiert nicht mehr.

Der Kiosk von Qirtasi vor seiner Verlegung
Der Kiosk von Qirtasi vor seiner Verlegung (Foto von Francis Frith, 1857)

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Tempel in Neu-Sebua (al-Subūʿ al-gadīda - السبوع الجديدة‎)

Das neue "Tal der Löwen" ist eine archäologische Stätte am Westufer des Nassersees, an der die Tempel von Wadi el-Sebua, Dakka und Maharraqa wiedererrichtet wurden.

 

Der Tempel von Wadi al-Sebua (Wādī al-Subūʿ - وادي السبوع)

Wadi el-Sebua ("Tal der Löwen") war ein Ort am Westufer des Nils 180 km südlich von Assuan, der mindestens seit dem Mittleren Reich besiedelt war. Er hatte eine wichtige strategische Lage, denn eine Karawanenstraße führte an ihm vorbei. Seinen Namen trägt das Tal auf Grund der Allee mit löwenköpfigen Sphingen, die zum Tempel führten. Ramses II. ließ den Tempel zu Ehren der Götter Amun-Re, Re-Harachte und seiner eigenen vergöttlichten Person an einem Ort errichten, an dem Amenhotep III. zuvor eine Felskapelle für Horus gebaut hatte.

Der Tempel von Wadi al-Sebua vor seiner Verlegung (Aquarell von Hector Horeau, 1841 © Griffith Institute, University of Oxford)
Der Tempel von Wadi el-Sebua vor seiner Verlegung (Aquarell von Hector Horeau, 1841 © Griffith Institute, University of Oxford)

Der Tempel von Wadi-el-Sebua wurde 1964 mit amerikanischer Hilfe von seinem Originalstandort abgebaut und vier Kilometer nordöstlich in Neu-Sebua wiedererrichtet. Er war 109 Meter lang und besaß ursprünglich drei Pylonen. Von den ersten beiden ist nur noch der steinerne Tordurchgang erhalten. Im Ersten Hof (B) zwischen dem Ersten Pylon (A) und dem Zweiten Pylon (C) standen in zwei Reihen je 3 Sphingen mit Löwenkörpern. Die 4 Sphingen im Zweiten Hof (D) trugen Falkenköpfe.

Der Tempel von Wadi al-Sebua, (c) unbekannt
Der Tempel von Wadi el-Sebua

Durch den Dritten Pylon (E), vor dem einst 4 Kolossalstatuen Ramses II. wachten - heute steht nur noch eine aufrecht - gelangt man in den Dritten Hof (F), der mit 10 Osirispfeilern geschmückt ist. Von hier führt eine Treppe zu dem Teil des Tempels, der in den Felsen gehauen wurde, zunächst in eine Pfeilerhalle (G) mit 6 weiteren Osirispfeilern. Es folgen ein Vestibül (H) und das Sanktuar (J) mit Statuennische und zwei benachbarten Kapellen (I, K).

Tempel von Wadi el-Sebua - Grundriss Tempel von
Wadi-el-Sebua


A Erster Pylon
B Erster Hof
C Zweiter Pylon
D Zweiter Hof
E Dritter Pylon
F Dritter Hof
G Pfeilerhalle
H Vestibül
I Seitenkammer
J Sanktuar
K Seitenkammer

Die Wände dieser Räume sind mit Reliefs bedeckt, die Ramses II. bei Opfer- und Ritualhandlungen vor verschiedenen Göttern zeigen.

Der Tempel von Wadi el-Sebua Relief des opfernden Pharao, © Dennis Jarvis
Der Tempel von Wadi el-Sebua Relief des opfernden Pharao, © Dennis Jarvis

Die koptischen Christen bauten den Tempel von Wadi el-Sebua in eine Kirche um. Dabei gestalteten sie ein Relief derart um, dass Ramses II. seither nicht mehr der Sonnenbarke des Re-Harachte opfert, sondern Petrus mit dem Himmelsschlüssel...

Aus: François Chrétien Gau - Antiquités de la Nubie ou Monumens inédits des bords du Nil, situés entre la première et deuxième cataracte, 1822
Aus: François Chrétien Gau - Antiquités de la Nubie ou Monumens inédits des bords du Nil, situés entre la première et deuxième cataracte, 1822

 

 

Der Tempel von Dakka (al-Dakka - الدكة)

Der Tempel von Dakka, © Dennis JarvisDer Tempel von Dakka, © Dennis Jarvis

El-Dakka (el-Dakke) war ein Ort in Unternubien, der ca. 100 km südlich von Assuan lag, bevor er vom Nassersee verschluckt wurde. Der meroitische König Arqamani (Ergamenes II.) baute ca. 220 v. Chr. ein kleines, von Hatschepsut und Thutmosis III. dort errichtetes Heiligtum in eine Kapelle für Thot von Pnubs (Ort in Kusch) um. Diese wurde von den ptolemäischen Königen Ptolemaios IV. und Ptolemaios VIII., sowie von den römischen Kaisern Augustus und Tiberius erweitert und zu einem richtigen Tempelgebäude samt Umfassungsmauern ausgebaut. Der Tempel hatte daraufhin zwei Sanktuarien: eines von Arqamani und ein weiteres dahinter von Augustus. Zwischen 1908 und 1909 stürzte der Tempel ein, der italienische Ägyptologe Alessandro Barsanti baute ihn wieder auf.

Der Tempel von Dakka vor seiner Verlegung (Foto von Émile Béchard, um 1875)
Der Tempel von Dakka vor seiner Verlegung (Foto von Émile Béchard, um 1875)

1961 wurde der Tempel von Dakka abgebaut und in Neu-Sebua, 1,5 km entfernt vom Tempel von Wadi el-Sebua, wiedererrichtet. Man betritt ihn durch einen ca. 24 m breiten und 12 m hohen Pylon (A). Über den heute zerstörten Hof (B) gelangt man zum Pronaos (C), an den sich eine Querhalle (D) anschließt. Danach betritt man das Arqamani-Sanktuar (E), das ursprüngliche Allerheiligste. Es führt zum Sanktuar des Augustus (F).

Der Tempel von Dakka - Grundriss Tempel von Dakka

A Pylon
B Hof
C Pronaos
D Querhalle
E Arqamani-Sanktuar
F Augustus-Sanktuar

 

 

Der Tempel von Maharraqa (al-Maharraqa - المحرقة)

Al-Maharraqa war ein Ort in Unternubien, der ca. 120 km südlich von Assuan am Westufer des Nils lag und in der römischen Zeit die Südgrenze des ägyptischen Reichs bildete. Nicht näher benannte römische Kaiser - es gibt kaum Inschriften - bauten einen Tempel, den sie den Göttern Serapis und Isis weihten, aber nie richtig vollendeten. Nur die 14 x 16 m große, an drei Seiten von überdachten Säulengängen umgebene Vorhalle und ein Nebenraum mit einigen wenigen Reliefs sind heute zu sehen.

Der Tempel von Maharraqa vor seiner Verlegung (Foto von Antonio Beato <1825-1903>)
Der Tempel von Maharraqa vor seiner Verlegung (Foto von Antonio Beato <1825-1903>)

Der Tempel von Maharraqa (Maharraka, Maharaga) wurde 1962 abgebaut und 1966 restauriert in Neu-Sebua wieder aufgebaut.

Der Tempel von Maharraqa, © Dennis Jarvis
Der Tempel von Maharraqa, © Dennis Jarvis

Eine Besonderheit gibt es allerdings: die einzige in Nubien zu findende Wendeltreppe, sie führte einst auf das Dach.

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Tempel in Neu-Amada (ʿAmadā al-gadīda - عمدا الجديدة)

Neu-Amada ist eine archäologische Stätte am Westufer des Nassersees. Hier wurden die vor der Überflutung geretteten Tempel von Amada und el-Derr sowie das Felsengrab des Pennut wiedererrichtet.

 

Der Tempel von Amada (ʿAmadā - عمدا)

Der Amada-Tempel wurde ursprünglich von Thutmosis III. zu Ehren der Götter Amun-Re und Re-Harachte erbaut und von seinem Sohn Amenhotep II. vollendet - damit ist dies der älteste nubische Tempel. Thutmosis IV. erweiterte ihn um eine überdachte Pfeilerhalle. Sehr viel später wandelten ihn koptische Christen in eine Kirche um.

Tempel von Amada, © Einsamer Schütze
Der Tempel von Amada, © Einsamer Schütze

Bevor der Nassersee den Amada-Tempel überflutete, versetzten ihn 1964/65 französische Ingenieure an einen Ort, der 2,6 km weiter landeinwärts und 65 m höher liegt. Um die Reliefs zu schützen, wurde er nicht wie die anderen Tempel vor dem Transport zersägt, sondern komplett versetzt. Seine gewaltigen 800 Tonnen Gewicht konnten pro Tag nur 50 Meter bewegt werden!

Versetzung des Amada-Tempels 1964/65, Foto via Oriental Institute of Chicago
Versetzung des Amada-Tempels 1964/65, © Oriental Institute of Chicago

Der Tempel von Amada ist ca. 10 m breit und 24 m lang. Er besteht aus einer 10 m langen Pfeilerhalle (A), einer Querhalle (B) und einem Sanktuar (D) mit vier Seitenkammern.

Tempel von Amada - Grundriss Tempel von Amada

A Pfeilerhalle
B Querhalle
C Seitenkapelle
D Sanktuar
E Seitenkapelle

Der Tempel von Amada gehört wegen seiner Dekorationen zu den schönsten Tempeln am Nassersee.

Der Tempel von Amada: Reliefs in einer Seitenkammer, © Dennis Jarvis
Der Tempel von Amada: Reliefs in einer Seitenkammer, © Dennis Jarvis

 

 

Der Tempel von Derr (al-Dirr - ‏الدر)

Hector Horeau: Derr Temple 1841Der Felsentempel von Derr ("Perlen") entstand zur Feier des 30. Regierungsjahres Ramses II. und stand ursprünglich als einziger Tempel am Ostufer des Nils. 1964 wurde ein Teil aus dem Felsen geschnitten und nach Neu-Amada verlegt. Der Tempel von Derr ähnelte in seiner Anlage sehr dem Großen Felsentempel von Abu Simbel. Wie diesen errichtete ihn der Pharao für Re-Harachte, Amun-Re, Ptah und sich selbst in vergöttlichter Gestalt. Es fehlten zwar die Kolossal-Statuen an der Fassade, jedoch gab es einst am Eingang zwei Sitzstatuen des Königs.

Der Tempel von Derr, © Dennis Jarvis
Der Tempel von Derr, © Dennis Jarvis

Der Tempel von Derr hat eine Länge von 37 m und besteht aus 2 Säulenhallen (A und B), die zu einem Sanktuar (D) mit zwei benachbarten Kapellen (C und E) führen. An der Rückwand stehen die Überreste der Statuen der oben erwähnten Götter.

Der Tempel von Derr - Grundriss

Tempel von Derr

A 1. Säulenhalle
B 2. Säulenhalle
C Kapelle
D Sanktuar
E Kapelle

Der Tempel ist stark beschädigt, da ihn koptische Christen nicht nur als Kirche nutzten, sondern auch Teile der Wanddekoration zerstörten.

Der Tempel von Derr, © Dennis Jarvis
Der Tempel von Derr - Relief des opfernden Pharao, © Dennis Jarvis

 

 

Das Felsengrab des Pennut

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich bei dieser Sehenswürdigkeit nicht um einen Tempel, sondern um ein Grab. Da es mit zum Besichtigungsprogramm am Nassersee gehört, führe ich es hier mit auf.

Das Felsengrab des Pennut, © Dennis Jarvis
Das Felsengrab des Pennut, © Dennis Jarvis

Das Pennut-Grab ist das einzige Grab, das vor der Überflutung durch den Nassersee gerettet wurde. Es gehörte dem Vertreter des Vizekönigs von Kusch in der Zeit Ramses VI. und lag ursprünglich auf dem Friedhof des Dorfes Aniba. In den 1960er Jahren wurde es abgebaut und in Neu-Amada wiedererrichtet. Es besteht aus einer Querhalle mit einer Statuennische. Die Reliefs sind nur noch zum Teil erhalten.

Das Felsengrab des Pennut, © Dennis Jarvis
Das Felsengrab des Pennut, © Dennis Jarvis

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Qasr Ibrim (Qasr Ibrīm - ‏ قصر إبريم)

Der Qasr-Ibrim-Palast ist die einzige archäologische Stätte am Nassersee, die nicht von dessen Fluten begraben wurde. Während sie jedoch ursprünglich an Land auf einem 70 Meter hohen Hügel lag, befindet sie sich nun mitten im See. Qasr Ibrim war wenigstens von 1500 v. Chr. bis Anfang des 19. Jahrhunderts bewohnt. Zur Festung gehörten altägyptische Tempel, sechs Schreine, eine byzantinische Kathedrale, eine Siedlung und Friedhöfe.

Qasr Ibrim vor der Überflutung (Lithographie von David Roberts & Louis Haghe, 1849)
Qasr Ibrim vor der Überflutung (Lithographie von David Roberts & Louis Haghe, 1849)

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden bei Ausgrabungen in Qasr Ibrim einige Hundert Objekte (meist Opfertafeln und Stelen) gefunden. Sie waren mit Hieroglyphen bedeckt, deren Übersetzungen aber keinerlei Sinn ergaben. Dem britischen Ägyptologen Francis Llewellyn Griffith gelang es 1911, die Sprache zu enträtseln. Sie wird heute als "meroitisch" bezeichnet, denn sie stammt aus Meroë, dem heutigen Nordsudan.

Qasr Ibrim: Byzantinische Marienkathedrale, © Rivertay
Qasr Ibrim: Byzantinische Marienkathedrale, © Rivertay

Die Egypt Exploration Society (EES) führt seit 1964 Ausgrabungen in Qasr Ibrim durch. Im Laufe der vielen Grabungskampagnen konnten ca. 700 meroitische Texte auf Papyrus, Stein, Keramik, Leder und Holz ausgegraben werden. Die Texte sind zwar nun lesbar, ihr Inhalt ist aber größtenteils immer noch unverständlich. Der weiteren Erforschung der meroitischen Sprache nimmt sich ein Forschungsprojekt der Universität Würzburg an.

Zur Zeit kann die Festung leider nicht besichtigt werden, die Kreuzfahrtschiffe auf dem Nassersee fahren jedoch dicht an sie heran.

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Tempel in Neu-Abu-Simbel (Abū Simbal al-gadīda - ‏أبو سمبل الجديدة‎)

Neu-Abu-Simbel ist ein ägyptisches Dorf am Westufer des Nassersees 280 Kilometer südwestlich von Assuan, nur 40 Kilometer von der ägyptisch-sudanesischen Grenze entfernt. Auf einer Insel, die durch einen befahrbaren Damm mit dem Dorf verbunden ist, wurden die beiden von der Überflutung durch den Nassersee bedrohten Tempel von Abu Simbel wiedererrichtet. Sie sind unbestritten die touristische Hauptattraktion einer Kreuzfahrt auf dem Nassersee, sind aber auch auf dem Landweg zu erreichen..

Abu Simbel, © Khalil Aswan
Abu Simbel, © Khalil Aswan

Die beiden Felsentempel von Abu Simbel (auch: Abu Sunbul, Abu Sinbal, Aboo Simble, Ebsambul, Ipsambul) wurden von Ramses II. für sich und seine Oberste Königliche Gemahlin Nefertari erbaut. Sie mussten wegen des Baus des Nassersees in den Jahren 1963 bis 1968 an einen höhergelegenen Ort versetzt werden. 50 Länder spendeten etwa 80 Millionen US-Dollar für die gesamte Verlegung. Baufirmen aus Ägypten, Deutschland, Frankreich, Schweden und Italien zersägten die Tempel in 1.036 Blöcke mit einem Gewicht zwischen 7 und 30 Tonnen, bauten sie ab und 64 Meter höher auf einem künstlichen Hügel wieder auf. Die ursprüngliche Umgebung der Tempel wurde mit 1.112 Original-Felsstücken nachgebildet, so dass sie immer noch so aussehen, als seien sie aus dem Felsen gehauen. Seit 1980 sind beide Tempel wieder geöffnet.

Die Tempel in Abu Simbel vor ihrer Verlegung Anfang der 1960er Jahre
Die Tempel in Abu Simbel vor ihrer Verlegung Anfang der 1960er Jahre

Der Große Tempel von Abu Simbel: Abbau
Der Große Tempel von Abu Simbel: Abbau

 

Der Große Tempel von Abu Simbel (Abū Simbal - أبو سمبل)

Allein die Fassade des Großen Tempels, der 63 m tief in den Fels führt, ist beeindruckend: Sie ist 32 m hoch und 38 m breit und diente in der Vergangenheit des Öfteren als Filmkulisse. Zu beiden Seiten des Eingangs sitzen je zwei 21 m hohe Kolossalstatuen Ramses II. (Nr. 1). Seitlich und zwischen seinen Beinen befinden sich wesentlich kleinere Statuen seiner Großen Königlichen Gemahlin Nefertari, seiner Mutter Tuja und einiger seiner Kinder.

Fassade des Großen Tempels von Abu Simbel
Der Große Tempel von Abu Simbel: Fassade

Der Große Tempel besteht aus einer Großen Säulenhalle (Nr. 2) mit 2 x 4 Osiris-Pfeilern, die Zugang zu 6 Magazinräumen (Nr. 3) hat, einer Kleinen Säulenhalle (Nr. 4) mit 2 x 2 Pfeilern und einer Querhalle (Nr. 5) durch die man in das Sanktuar gelangt (Nr. 6).

Der Große Tempel von Abu Simbel: Grundriss

Der Große Tempel
von Abu Simbel

1 Kolossalstatuen
2 Große Säulenhalle
3 Magazinräume
4 Kleine Säulenhalle
5 Querhalle
6 Sanktuar

 

An der Rückwand des Sanktuars sitzen vier lebensgroße, direkt aus der Wand gehauene Statuen von Ptah, Amun-Re, Ramses II. als Gott und Re-Harachte. Ramses II. richtete den Tempel so aus, dass die aufgehende Sonne diese 65 Meter vom Tempeleingang entfernten Figuren zweimal im Jahr (am 21. Februar und 21. Oktober) erleuchtete. Bei seiner Versetzung wurde der Tempel wieder exakt so ausgerichtet, dass dieses Sonnenwunder immer noch zu bestaunen ist - nun am 22. Februar und 22. Oktober (+/- 2 Tage).

Allerheiligstes im Großen Tempel von Abu Simbel
Der Große Tempel von Abu Simbel: Ptah, Amun-Re, Ramses II., Re-Harachte (l.n.r.)

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Der Kleine Tempel von Abu Simbel (Abū Simbal - أبو سمبل)

Etwa 150 Meter nordöstlich des Großen Tempels von Abu Simbel liegt der Kleine oder Hathor-Tempel. Ramses II. weihte ihn Hathor sowie seiner Lieblingsgemahlin Nefertari.

Kleiner Tempel von Abu Simbel
Der Kleine Tempel von Abu Simbel

Der Kleine Tempel führt 21 Meter tief in die Felsen, ist etwa halb so groß wie der Große Tempel und hat einen einfacheren Grundriss.

Kleiner Tempel von Abu Simbel: Grundriss

Der Kleine Tempel
von Abu Simbel

1 Kolossalstatuen
2 Säulenhalle
3 Querhalle
4 Allerheiligstes

Der Kleine Tempel besitzt eine 21 m lange Fassade. Die Statuen von Nefertari sind, was ungewöhnlich ist, genauso hoch (10 Meter) wie die 4 Standfiguren ihres Gemahls Ramses II. (Nr. 1). Die gemeinsamen Kinder an den Beinen der beiden sind dagegen wesentlich kleiner.

François Chrétien Gau: Abussambul. Im Felsen - Gehauenes Monument. 1822
Der Kleine Tempel vor seiner Verlegung, 1822 (Zeichnung von François Chrétien Gau)

Der Kleine Tempel besteht aus einer Säulenhalle (Nr. 2) mit 6 Säulen, einer Querhalle (Nr. 3) mit 2 Seitenkammern und einem Sanktuar (Nr. 4). Hier ist in einer Nische an der hinteren Wand Nefertari als Kuhgöttin Hathor so dargestellt, als käme sie zwischen zwei Pfeilern direkt aus der Wand.

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Geographische Lage:

Nassersee mit allen Sehenswürdigkeiten,© Google & Tasmim Luxor

Gerne organisieren wir für Sie eine Kreuzfahrt auf dem Nassersee, bei der Sie alle beschriebenen Sehenswürdigkeiten sehen können.

 



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