Leben-in-Luxor.de                                                                    Deutsch Englisch

Luxor Westbank

 


Sandal-Nilkreuzfahrten:

Sandal-Kreuzfahrt auf dem NilSandal-Trips von Luxor nach Assuan
• nur 3 Doppelkabinen
• 5 Nächte
• jederzeit ab 2 Personen
Lesen Sie hier mehr!

Tempel außerhalb von Luxor - Hibis-Tempel in der Oase Charga

von Claudia Ali, 08.01.12

Diese Seite mit Freunden in Facebook teilen Abonnieren Sie unseren RSS-News-Feed als Lesezeichen Diese Seite optimiert ausdrucken

 

Bildbeschreibungen und Copyright-Informationen erhalten Sie mit
  Mouseover. Sind die Bildrechte nicht explicit angegeben, liegen sie bei
  Leben-in-Luxor.de. Externe Links sind mit gekennzeichnet.

Wir freuen uns über einen Gefällt-mir-Klick am Ende der Seite!



Charga (Kharga) liegt in der Westlichen Wüste etwa 180 km von Luxor entfernt und ist im Norden und Osten von steilen Bergen umgeben. Die Senke ist von Luxor aus leicht zu erreichen und stellt mit ihrer Wüstenlandschaft und den erhaltenen antiken Monumenten ein attraktives Reiseziel abseits der Touristenrouten dar. Seit dem Neuen Reich ist sie als Haltepunkt von libyschen und sudanesischen Karawanen durch Inschriften in thebanischen Gräbern und im Luxor-Tempel belegt. Heute liefert die Oase, die sich in nordsüdlicher Richtung über eine Länge von 200 km erstreckt, Gemüse, Datteln und Wein. In ihr liegen die Stadt Charga (Hauptstadt des Gouvernements "Neues Tal") mit Archäologischem Museum und die Stadt Baris (Bārīs, 86 km südlich von Charga Stadt).



Der Hibis-Tempel in der Oase Charga

Die wohl bedeutendste Sehenswürdigkeit der Oase Charga ist der nördlich von Charga Stadt gelegene, wahrscheinlich in der 26. Dynastie erbaute Hibis-Tempel. Da der Tempel jahrhundertelang unter Sand begraben war, sind seine Reliefs sehr gut erhalten. Er zählt zu den bedeutendsten und besterhaltenen Tempeln dieser Zeit in Ägypten. Wegen des hohen Grundwasserpegels wurde er in jüngster Zeit grundlegend saniert. Ursprünglich sollte er an einen Standort in 2 km Entfernung versetzt werden, doch das ließ die Qualität des Gesteins nicht zu.

Der Hibis-Tempel ist - nach vielen Jahren der Restaurierung - seit 21. Oktober 2012 wieder geöffnet! Siehe News vom 20.10.12.


Hibis-Tempel in der Oase Charga: Portikus, Fotografie von Herbert Ricke, 1929
Hibis-Tempel: Portikus 1929

Der 19 × 44 m lange Sandstein-Tempel wurde wohl schon in der 26. Dynastie (Saitenzeit) zu Ehren des Gottes Amun erbaut, aber erst von den Perserkönigen Darius I. und Darius II. (27. Dynastie) dekoriert. In der 29. Dynastie wurde der Tempel um eine Säulenhalle ergänzt, in der 30. Dynastie kamen unter Nektanebos I. und II. noch der Portikus und eine steinerne Umfassungsmauer hinzu - er wuchs also von innen nach außen. Von der Mauer ist heute nur noch der Tordurchgang erhalten.

Hibis-Tempel in der Oase Charga
Hibis-Tempel

Hibis-Tempel in der Oase Charga: Grundriss
Grundriss

Wir betreten den Tempel durch das äußere von den Römern erbaute östliche Tor und gelangen zur ptolemäischen Sphingenallee, an deren östlichem Ende sich einst die Kaianlagen befanden, die in einen großen heiligen See mündeten.

Hibis-Tempel in der Oase Charga: Blick nach Osten auf die Tore und die Sphingenallee, (c) Roland Unger
Blick zurück nach Osten auf die Tore und die Sphingenallee

Durch zwei weitere Tore (ptolemäisch und persisch) gelangen wir in den Portikus, einen offenen Säulenhof, der aus der 30. Dynastie stammt. Auf den Schrankenwänden, das sind halbhohe Mauern zwischen den Säulen, ist Nektanebos II. bei Opferhandlungen vor verschiedenen Göttern dargestellt.

Hibis-Tempel in der Oase Charga: Portikus, (c) A. Sartan
Portikus

Der nun folgende erste Säulensaal (Hypostyl) aus der 29. Dynastie wird von 12 Palmensäulen getragen und ist nur an der rückwärtigen Wand dekoriert: Der Pharao opfert dort vor den Göttern Amun-Re, Mut und Chonsu.

Hibis-Tempel in der Oase Charga: Erste Säulenhalle, (c) Hanne Siegmeier
Säulensaal (Hypostyl)

Einzigartig ist die Darstellung des falkenköpfigen, geflügelten und blauhäutigen Gottes Seth, der die Schlange Apophis, den Erzfeind des Gottes Re, mit einer Lanze tötet:

Hibis-Tempel in der Oase Charga: Seth-Relief in der Säulenhalle  Hibis-Tempel in der Oase Charga: Zeichnung des Seth-Reliefs

Der sehr viel kleinere zweite Säulensaal mit nur 4 Säulen gehört zum ursprünglichen Tempel aus der 26. Dynastie. Die Reliefs zeigen ebenfalls den Pharao bei Opferhandlungen. Berühmt ist diese Halle wegen der drei Hymnen an den Schöpfergott Amun, die sich an der linken Wand und an beiden Hälften der Rückwand befinden.

Die Dekoration durch die Perserkönige erfolgte ganz im Stil der altägyptischen Tradition. Ihre Könige tragen die Insignien und die Tracht eines Pharao, ihre Kronen sind allerdings mit langen, auf den Rücken herabfallenden Bändern versehen - interessanterweise wie die von Echnaton und Nofretete, deren Kronenbänder oft auch noch lustig im Wind flattern.

Persischer König mit Kronenbändern Echnaton mit Kronenbändern Nofretete mit Kronenbändern

Es folgt ein kleiner offener Hof mit 4 Säulen, an dessen Seiten sich eine Reihe von kleinen Magazinräumen und das Sanktuar (Allerheiligstes) anschließen. Das Sanktuar ist der älteste Teil des Hibis-Tempels. Es enthält eine Liste mit 569 Götterdarstellungen: An der Nordwand sind die Gottheiten von Unterägypten versammelt, an der Südwand die von Oberägypten. Die Westwand zeigt die Götter von Theben und Heliopolis einschließlich Osiris, Isis und Horus sowie Amun, Mut und Chonsu.

In der südwestlichen Ecke des Hibis-Tempels führt eine Treppe zum Dach. Dort befindet sich eine dem Osiris geweihte Kapelle und ein Mammisi (Geburtshaus).



Geographische Lage


Gerne organisieren wir für Sie Anfahrt, Übernachtung und Besichtigung!

(c)Google - Chārga und Umgebung
Oase Charga mit Charga Stadt (A) und Umgebung

 



Weiter zum Verzeichnis aller beschriebenen Tempel...



 
Zurück nach oben

Valid XHTML 1.0 Transitional
Diese Website läuft mit Grünem Strom CSS ist valide! RSS feed ist valide!