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Luxor Westbank - TT69, Grab von Menena 
Der Totenkult spielte im Alten Ägypten eine große Rolle, denn der Glaube an ein Weiterleben nach dem Tod war wichtiger Bestandteil der ägyptischen Kultur und Religion. Ursprünglich wurden nur Pharaonen in prunkvoll ausgeschmückten Grabanlagen mit kostbaren Grabbeigaben bestattet, doch im Lauf der Geschichte genossen auch Staatsbeamte dieses Privileg.

Grab von Menena
TT69, das Grab von Menena (Menna), gehört zu den Gräbern der Adligen in Scheich Abd-el Qurna in Theben-West und stammt aus der 18. Dynastie (aus der Spätzeit von Pharao Thutmosis IV. und der Frühzeit von Amenhotep III.). Menena war Feldvermesser und Aufseher über die königliche Landwirtschaft. Ein großer Teil der Dekorationen in seinem Grab beschäftigt sich mit seinen anspruchsvollen beruflichen Aufgaben.


Lage und Grundriss des Grabes von Menena
Das Grab von Menena und seiner Frau Henut-taui hat einen kreuzförmigen Grundriss und besteht aus dem Eingang (A), der Querhalle (B), dem inneren Raum (C), und einer Statuennische (D). Grabschächte sind heute nicht mehr erkennbar.
Da es nicht möglich war, den brüchigen Kalkstein des Grabes zu glätten, um ihn direkt zu bemalen, mussten zunächst Schichten aus Lehm, Gips und Mörtel aufgetragen werden, bevor mit der weißen Grundierung begonnen werden konnte. Ägyptologen gehen davon aus, dass derselbe Künstler auch das Grab von Nacht (KV52) gestaltet hat, denn auch im Grab von Menena finden wir eine gute Beobachtungsgabe und interessante kleine Szenen, die von den üblichen abweichen und für Lebendigkeit sorgen (eine Mutter, die ihr Kind stillt; ein Mädchen, das einem anderen einen Dorn aus dem Fuß holt; ein Feldarbeiter, der ein Schläfchen hält). Die Grabmalereien wurden in der Amarnazeit beschädigt: der Name Menenas wurde ausgekratzt, sein Gesicht konsequent ausgehackt.
Das Grab wurde von 2007 bis 2009 vom American Research Center in Egypt (ARCE) und der Georgia State University restauriert.
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Querhalle (B):
Wir beginnen unseren Rundgang links vom Eingang. Die linke Wand der Querhalle zeigt Menena vor einem reich beladenen Gabentisch. Es folgen detailreiche Szenen mit Männern, die das Land vermessen, dessen Grenzen notieren und Steuern berechnen, während andere Getreide enten, dreschen und worfeln:
Links oben vermessen Männer Land, während sich von rechts Menschen nähern, die ihre Steuern in Form von Naturalien entrichten, unten regstrieren Schreiber die Getreidebestände.
An der linken Schmalseite der Querhalle ehren Menena, seine Frau und zwei ihrer Söhne den in einem Schrein sitzenden Gott Osiris:


Henut-taui und Menena Osiris im Schrein
Die Festmahlszenen der anschließenden Wand sind fast völlig zerstört. Auf der ganzen Breite blieben nur 2 Darstellungen von Menena und Henut-taui erhalten:
Henut-taui und Menena
Nach dem Durchgang zum inneren Raum bringen Menena und seine Frau auf den Gemälden der rechten Wand der Querhalle Brandopfer dar und nehmen mit ihren Gästen an einem rituellen Mahl teil:

Rituelles Mahl
An der rechten Schmalseite der Querhalle befindet sich eine Stele mit den Göttern Anubis, Osiris, Amentet, Hathor und Re-Harachte, vor der Menena und seine Frau betend die Hände erheben:

Menena und seine Frau in Anbetung vor der Götter-Stele


Details
Auf der anschließenden Wand nehmen die Eheleute vielfältige Opfergaben entgegen. Opferträger bringen weitere Gaben für die Feier des "Schönen Festes im Wüstental":

Menena und Henut-taui erhalten ein Lotus-Bouquet
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Innerer Raum (C):
Der innere Raum ist im Unterschied zu Nachts Grab wunderschön dekoriert. Er endet in einer Nische (D) mit Statuenresten des Grabherrn und seiner Frau:

Innerer Raum
Auf der linken Wandseite befinden sich Begräbnisszenen wie die Reise nach Abydos und das Wiegen des Herzens beim Totengericht:

Opferträger und Boote auf der Rückreise von Abydos nach Theben


Das Wiegen des Herzens beim Totengericht vor Osiris Deckendetail
Auf der rechten Seite des inneren Raums sieht man Menena und seine Familie bei den typischen Fisch- und Vogelfangszenen, deren Ertrag den Verstorbenen im Jenseits als Nahrung dienen soll - vom Künstler meisterhaft ausgeführt:

Menena mit Wurfholz im Papyrusnachen




Menenas Tochter Buntbarsche Menenas Tochter Bein

Wandbordüre
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